Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Multitasking

14. Dezember. Freitag. Morgens noch etwas Grummeln im Kopf, aber das gibt sich nach dem Entschluss, heute die bevorstehenden unangenehmen Anrufe nicht mehr zu machen, eine Fahrkarte für Silvester nach K. zu kaufen und das erste von zwei wichtigen Weihnachtsgeschenken zu entscheiden (auch wenn es aus Gründen erst Montag bestellt werden kann).
Mit alldem ist es Mittag geworden, ein bisschen Arbeit erledige ich dann auch noch (bis auf zwei sind nun alle superdringenden Kleinstaufträge erledigt und der mittelgroße hat eine wichtige Etappe geschafft) bis am Spätnachmittag die Freundin mit dem frisch ausgezogenen Noch-Ehemann anruft und mir von den neuesten Entwicklungen und ihren Plänen berichtet. Die beiden trennen sich ja einvernehmlich, insofern gibt es bis auf ein paar verletzte Gefühle hier und da zumindest keinen Rosenkrieg. Entgegen meinen Befürchtungen ist sie im Moment guter Dinge und voller Tatendrang, und ich hoffe, das wird eine Wiele so bleiben.
Warum die größte deutsche Bank ihren Kunden beim Online-Banking sogar den Blick auf den eigenen Kontostand verwehrt bevor sie sich nicht umständlich für ein neues TAN-Verfahren umgemeldet haben, auch wenn sie online vielleicht nie Überweisungen tätigen, bleibt ihr Geheimnis. Ich helfe also M. telefonisch und per Fernwartung (damit ich sehe, was sie sieht), das möglichst schnell zu erledigen und vorher zu klären was ihre Handynummer ist, wo das Handy ist, ob es aufgeladen ist und wo der bisher verwendete TAN-Zettel ist („nein, nicht in der Schublade, den hattestDu doch neulich irgendwohn mitgenommen, vielleicht ist er noch in irgendeiner Tasche“ – „ich nehme den doch nicht irgendwohin mit, der liegt IMMER hier in der Schublade“, dann zehn Minuten später: „kannst Du Dir nicht vorstellen, der war in meiner Handtasche, wie kommt der denn da hin?!“) und dann alle Fragen, was das denn für ein Verfahren sei, ob das auch sicher sei, warum das Geld koste, was sich die Bank dabei denke usw. mit Hinweis auf die angegebene Hotline-Nummer („rund um die Uhr erreichbar“) abzuschmettern.
Nach diesem Tag weiß ich dann auch, was ich getan habe.

Woran ich mich erinnern will:
Wenn ich will, dass Leute möglichst noch vor Weihnachten Ihre Rechnungen bezahlen, sollte ich sie langsam mal schreiben.

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