Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Abgeben lernen

15. März. Freitag. Mein Thema heute: Hilfe annehmen. Also vor allem in der Arbeit. Das ist ein Problem für mich, denn ich tappe hier gerne in die Falle „bis ich das jemandem erklärt habe, der es dann schlecht macht, habe ich es dreimal selbst und besser erledigt“. So wie die junge Mutter, die immer jammert, sie habe gar keine Zeit mehr für sich, aber das Wickeln und Baden und Füttern des Kindes nicht dem Papa überlassen möchte, weil er es anders macht als sie.

Da diese Haltung aber zu dauerhafter Erschöpfung, sich ansammelnden Aufgaben und trotzdem nicht mehr (oder auch nur ausreichend viel) Geld führt, muss ich wohl an dieser Einstellung etwas ändern.

Nun muss anders ja auch nicht zwangsläufig schlechter bedeuten. Anders kann auch besser sein. Effektiver. Ressourcenschonender. Kundenfreundlicher. Und selbst wenn es schlechter wäre – vielleicht wiegt der positive Effekt meiner Entlastung das Schlechtersein an anderer Stelle ja auf? VIelleicht gelingt es mir ja, genau die Tätigkeiten abzugeben, die mir unverhältnismäßig viel Energie abverlangen – und dann ist es vielleicht gar nicht so schlimm, wenn sie ein bisschen schlechter – oder anders – erledigt werden? Wäre das nicht ein verlockender Gedanke?

Mein nächstes Ziel im Quo-vadis-Projekt ist also herauszufinden, inwieweit mich bei den einzelnen feststeckenden Kundenprojekten jemand unterstützen könnte. Also zu sagen: Diese und jene Tätigkeiten könnte eigentlich auch jemand anderes machen. Ein externer Programmierer. Jemand, der mir Routineaufgaben abnimmt. Oder jemand, der Spezialprobleme löst, damit ich den Kopf frei habe. Jemand, der für mich Informationen einholt oder Schreiben vorbereitet. Oder, oder, oder. Ohne Wertung, ohne eine konkrete Person im Kopf zu haben. Einfach nur: Was daran kann wirklich nur ich machen und was könnte jemand anderes tun?

Und dann im nächsten Schritt: Was davon würde ich abgeben wollen und was nicht? Welche Tätigkeiten übe ich so gerne aus, dass ich nicht darauf verzichten möchte? Welche mag ich nicht oder mache sie schlecht, so dass externe Hilfe sogar in mehrfacher Hinsicht sinnvoll wäre?

Das wird dann der eigentlich spannende Part, denn darüber entscheidet sich auch die künftige Ausrichtung meiner Selbstständigkeit: Nicht nur Was mache ich gut? sondern Was mache ich gut und gern?

*******

Um 5.00 aufgestanden. Kopfschmerzen.
Vormittags am mittelgroßen Projekt weitergemacht, aber bereits um 11:45 so erschöpft, dass ich mich wieder hingelegt und letztendlich bis 14:45 geschlafen habe.
Danach war der Kopf Breit, und der Nebel hob sich bis zum Abend nicht wirklich.
Aspirin, da immer noch Kopfschmerzen.
Um 15:00 raus in den Regen. Einkaufen, Bank, dann ins Karstadt-Restaurant zu Kaffee und Himbeerkuchen. Dabei versucht, mir sinnvolle Gedanken über Arbeitssysteme (Projektüberwachung) und externe Hilfe zu machen, um die Belastung zu senken.
Wieder zurück noch enen kleinen Notfall verarztet, dann in der ARTE-Mediathek einen Film über Vulkane angeschaut. Matschbirne.

Woran ich mich erinnern will:
Der (italienische?) Opa, der sehr viel und scheinbar sehr streng mit seinem vielleicht drei- oder vierjährgen Enkel spricht, ihm dann aber beim Gehen so liebevoll Jacke und Mütze anzieht, dass es wirklich rührend ist. Einen kurzen Moment beneide ich das Kind.

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