Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Selber machen

29. April. Montag. Eine zweite kalendarisch zerhackte Woche liegt vor uns. Für mich bedeutet der Feiertag natürlich in erster Linie was?  Richtig, ungestörtes Arbeiten… Der Plan mit der Handvoll Projekte für die Lieblingskundin ist ehrgeizig aber schaffbar, die Herausforderung besteht nun eher darin, die anderen Projekte nicht versanden zu lassen, sondern ebenfalls voranzutreiben.

Währenddessen denkt mein Kopf weiter auf meinem Projektverwaltungssystem herum, lotet Schwachstellen der bestehenden Infrastruktur aus und produziert munter Verbesserungsvorschläge, die in einer länger werdenden Liste landen. Spaß macht mir das, und ich finde es gar nicht schade, dass ich momentan keine Zeit habe, einige dieser Ideen umzusetzen, denn auf diese Weise hat mein Kopf etwas, worauf er sich freuen kann, und der Zegarnik-Effekt ist doch immer ein starker Motor für mich.

Die größte Schwachstelle besteht im übrigen gerade mal wieder in einem System, auf das ich keinen Einfluss habe: Aus verschiedenen Gründen muss ich häufiger zwischen zwei Geräten wechseln (sei es, weil ich mich in K. befinde, sei es, weil manche Projekte besondere technische Anforderungen mit sich bringen). Ein sehr großer Anbieter entsprchender Entwicklungs-Software preist vollmundig die Möglichkeit an, alle benötigten Programmeinstellungen über „die Cloud“ zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren zu können und das klappt erwartungsgemäß natürlich nicht.

Einerseits lassen sich Inhalte, die ich mal als Test in der Cloud gespeichert habe, nicht mehr löschen, andererseits behauptet das Programm zwar, alles synchronisiert zu haben, die wichtigen Einstellungen, die mir eben Doppelarbeit ersparen würden, landen aber nicht dort, obwohl sie das laut Checkbox in den Syncheinstellungen sollten.

Nun wende ich zwar gerne Zeit auf, meine Systeme zu verbessern, aber ungern damit, bei Großkonzernen nachzuforschen, warum ein beworbenes Feature nun bei mir gerade nicht funktioniert. Das nervt mich, und das ist auch der Grund, warum ich mir meine Systeme selber baue – dann sehen sie zwar nicht so fancy aus, aber ich bin nicht auf Gedeih und Verdreb den Ansichten irgendwelcher Marketing-Abteilungen ausgeliefert, die entscheiden wollen, welche Features ich brauche und welche nicht.

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Morgens gleich wieder ngemach: Der Mailserver der Geschäfts-Mail-Adresse war auf einer Spam-Liste gelandet, weil irgendein anderer Nutzer auf demselben Server Spam verschickt hat. Das ist jetzt das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass so etwas passiert. Die Folge: Alle meine Mails kommen unzustellbar zurück, weil eben Mail von diesem Server geblockt wird. Das ist für ein Unternehmen natürlich ganz toll.
Über einen anderen Mailaccount bekomme ich dann doch noch einen Batzen Status-Mails zu unseren diversen aktuellen Projekten an die Lieblingskundin raus.

H. ist früh bei Kunden, so habe ich den Vormittag zur freien Gestaltung, also Frühstück, wann ich will.

Die Taube musste heute den zweiten Krähenangriff überstehen, und diesmal war ich schneller am Fenster und habe die Krähe weggestarrt. Die Taube beäugte mich skeptisch, kapierte aber recht schnell, dass ich auf ihrer Seite war und beruhigte sich wieder. Nur um eine halbe Stunde später von einem Baumpfleger bedrängt zu werden, der anderthalb Meter von meinem Fenster entfernt Äste aus dem Straßenbaum sägte und dabei lauthals sang. Die Taube floh, kehrte aber wieder, sobald der Störenfried wider unten auf der Straße stand.

Ich schaue ja nun täglich, ob aus den Eiern schon was geschlüpft ist – es müsste jetzt jeden Tag soweit sein…

Mittags kleiner Einkauf und beim Blumenhändler des Vertrauens, der mir die avisierten wunderschön dunkelroten Pfingstrosen wieder ausredete: „Die sind nicht gut, die habe ich falsch gekauft.“ Wow, endlich mal einer, der die langfristige Zufriedenheit seiner Kunden höher einschätzt als die schnelle Mark. Ist irgendwie keine Überraschung, dass er kein Bio-Deutscher ist…

Nachmittags ein Stündchen Pause, aber nur gepowernapt, dann weiter an den diversen Projekten der Lieblingskundin gewerkelt.

Woran ich mich erinnern will:
Ab und an kann eine Tüte Chips echt gut tun, auch wenn ich nicht gefrustet bin.

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