Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Unerwünscht

22. Juni. Samstag. Ein sonniger Sommertag mit einem angenehmen Windchen – einer der letzten „schönen“ Tage vor der angekündigten Hitzewelle.

Ich bin frustriert und schlecht gelaunt, denn die Urlaubswoche hat weder die erwartete Erholung gebracht, noch Raum gegeben zum Nachdenken, Genießen, Zu-mir-kommen. Vor einer Woche war ich besser drauf als jetzt; ich bin gereizt, frustriert, genervt, ungeduldig, traurig, enttäuscht, müde. Eventuell war die Woche auch einfach zu kurz. Oder ich hätte sie nicht hier verbringen dürfen. Oder mich nicht so sehr mit der Freundin und dem Freund beschäftigen dürfen. Oder mehr unternehmen sollen. Oder es hätte nicht so drückend warm sein dürfen. Oder, oder, oder – es ist verkorkst.

Nachmittags zur Jubiläumsfeier eines der zahllosen Vereine im Dorf gegangen und dort liebe Menschen getroffen. Später wurde es schwierig, uns wurde deutlich gezeigt, dass wir nicht erwarten durften, mit offenen Armen empfangen zu werden, nur weil wir gerade da seien. Was wollen die denn hier war in etlichen Gesichtern zu lesen, und ich wäre gern der unausgesprochenen Aufforderung gefolgt und frühzeitig gegangen, denn ich hatte zunehmend das Gefühl, bei einer Privatfeier zu stören, weil ich nichtsahnend über den offiziellen Teil hinaus geblieben war, als eigentlich Geschlossene Gesellschaft angesagt war, was ich zwar nicht wissen konnte, aber egal: wir hatten wohl unbewusst (und von meiner Seite aus auch ungewollt) eine unsichtbare Grenze überschritten. So ging der Abend etwas unglücklich zu Ende.

Ich tröstete mich zu Hause mit einem Radler und leiser Musik aus dem Laptop auf der Terrasse, während H. den Schuss nicht hörte, dort blieb und sich später noch Ärger einfing („Du gehörst hier nicht hin!“). Es ist aber nichts passiert, es wird ein paar klärende Gespräche geben (müssen), alle müssen sich aneinander gewöhnen.
Werden wir also auch in den nächsten Tagen nicht zur Ruhe kommen, ich habe es satt.

Woran ich mich erinnern will:
Auf mein Bauchgefühl hören. Ich habe einen guten Sensor für die Befindlichkeit von Menschen.

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Ein Gedanke zu “Unerwünscht

  1. Pingback: Junikäfer | Annas Miniaturen

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