Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Back in B – und es reicht schon wieder

2. Juli. Dienstag. Abreisetag. Er beginnt um 6:20 Uhr, meiner momentan üblichen Aufwachzeit. Die Sonne scheint, draußen sind angenehme 16°C. Es sollen 24°C werden, und das ist ja nun sehr angenehmes Reisewetter.
Bis mittags gemeinsam das Haus klar gemacht und die Koffer gepackt, dann die Nachbarn aus dem Mittagsschlaf gerissen und uns verabschiedet, in die Stadt gefahren, noch eine Besorgung für M. gemacht, einen Mittagsimbiss genommen (H.) bzw. Kuchen für unterwegs besorgt (ich), und um 15:20 Uhr sitzen wir im Zug, zuerst im RE nach Köln, später im ICE nach Berlin. Alles wieder zum Supersondersparpreis in der 1. Klasse und wunderbar entspannt.

Auffällig ist einerseits, wie wenig 1.-Klasse-Reisende telefonieren müssen, andererseits, wie sehr sie gewohnt zu sein scheinen, sich bedienen zu lassen. Offen gemurrt wird selten, aber blasierte Blicke und hochgezogene Augenbrauen bei kleinsten Unebenheiten sieht man  häufig. Wie kommen diese Menschen mit wirklichen Problemen klar?

Anstatt das wegen Personalausfall ohnehin schon überforderte Zugpersonal zu stressen, bewege ich mich selbst die paar Meter in den Speisewagen, um mir unseren Latte Macchiato zu holen, und habe eine überaus nette Begegnung mit der Servicedame dort. Und neidische Blicke folgen mir auf dem Weg zu meinem Platz. Könntet Ihr ja auch haben, denke ich bei mir, aber da würde wohl dem einen oder der anderen ein Zacken aus der imaginierten Krone fallen. Dann eben nicht, selbst schuld.

Ankunft etwas verspätet, in Berlin-Gesundbrunnen steigen außer uns nur noch drei Personen aus den beiden 1.-Klasse-Wagen aus. Bis zum Hauptbahnhof waren sie gut gefüllt gewesen.

In der U-Bahn pupst mich erst eine Touristin ausgiebig an, die im Gedränge vor mir steht, später stellt sich ein Jungmann mit viel Bart direkt vor mich und lässt mich, da er die obere Quer- der senkrechten Haltestange vorzieht, am Geruch seines Achselschweißes teilhaben. Welcome Back.

Zu Hause im Kiez bimmelt uns beim Überqueren der Straße (Spielstraße) erst eine Fahrradfahrerin an, die mit einem Affenzahn um die Ecke  gebogen kommt – und fängt sich von mir ein geschnauztes „Nix Ping – Schrittgeschwindigkeit!“ ein – an der nächsten Straße bremse ich einen Autofahrer aus, der „Schrittgeschwindigkeit“ als „30 km/h“ interpretiert. Fünf Minuten hier, und ich bin schon auf 180. Wäre mir jetzt noch ein E-Roller auf dem Bürgersteig entgegengekommen, hätte ich den wohl mit meinem Rollkoffer zu Fall gebracht.

Zu Hause diesmal dann kein Herzinfarkt, weder vor dem Fenster, noch in der Wohnung. Ich hatte den Blumenkasten vor der Abfahrt aber auch mit Schaschlikspießen vogelsicher gemacht.

Woran ich mich erinnern will:
Man kann auch einfach auf Augenhöhe freundlich zueinander sein, dabei vergibt sich niemand etwas.

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