Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Selbstbetrug

1. Oktober. Dienstag. Heute mal wieder nur einen „halben“ Tag gearbeitet. Ich setze das in Anführungszeichen, denn es bedeutet ja auch, von sechs Uhr morgens bis zwei Uhr nachmittags am Rechner zu sitzen. Acht Stunden mit Unterbrechungen für Essen und etwas Hausarbeit zur Rückenentlastung zwischendurch.
Davon reine (bezahlte) Projektarbeit: 4 Stunden, 10 Minuten. Deswegen halber Tag.
Der Rest geht drauf für: (Fach-)Blogs  lesen, also Weiterbildung, Nachrichten lesen, schreiben, Essen, aufs Klo gehen, etwas am Computer rätseln (str8ts), um den Kopf zwischen zwei anstrengenden Tasks herunterzufahren, Dehnübungen gegen Verspannungen, gestern gespültes Geschirr wegräumen, Wäsche waschen und zum Trocknen aufhängen, Wochenendplanung mit H.
Also im Grunde, was man an einem Achtstundentag im Büro auch macht: bezahlte Arbeit, Plausch mit Kollegen, Gänge zur Toilette und zur Teeküche, Essenspause, Mails lesen usw.
Der „halbe“ Tag ist also eigentlich Selbstbetrug: Das ist ein vollwertiger ganzer Arbeitstag, und damit basta, und Du machst jetzt Feierabend!

Etwas verstört um drei Uhr mit einer Tasse Kaffee dagesessen  und nicht gewusst, was ich jetzt tun soll: Zu müde für Kopfarbeit, zu lustlos für Hausarbeit.
Kleinigkeit gegessen, geduscht, etwas Internet gelesen (schon wieder am Rechner!).
Dann gedacht, wenn ich eh am Rechner hocke, kann ich auch was Sinnvolles tun (soviel zum Feierabend) und habe begonnen, zum Thema „Branding“ zu recherchieren, denn das ist im Moment bei der Neugestaltung meiner Arbeits-Website das größte Hindernis: Wie will ich wahrgenommen werden, wofür will ich stehen, und welche Kunden will ich animieren, bei mir anzufragen?
Am Ende einen netten Text geschrieben, der eigentlich meine „Brand Story“ werden sollte, das nicht ist, aber vielleicht mal mein erster Blogbeitrag werden wird.

Danach so gut und motiviert gefühlt, dass ich mir zum Tagesabschluss noch 20 Minuten lang Websites in der Google Search Console angeschaut, den morgigen Arbeitstag geplant und eine halbe Stund eFachblogs gelesen habe.
So ist aus dem „halben“ Arbeitstag mal wieder locker ein ganzer geworden, nur dass ich am Nachmittag ohne Zwang Dinge gemacht habe, die ich mir ursprünglich nicht vorgenommen hatte.

Woran ich mich erinnern will:
Trinken. Bewegen.

Standard

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.