Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Kollateralerfolge

10. Oktober. Donnerstag. Morgens auf dem Klo eine großartige Vereinfachungs-Idee zu meinem vorletzten Mega-Nerv-Projekt gehabt, das ich die Tage auch mal endlich fertig machen muss. Es hat sich ausgezahlt, eine Weile ganz andere Dinge zu tun, der Kopf denkt offensichtlich in neuen alten Bahnen.

Trotzdem dann nicht daran gearbeitet, ich konnte mich nicht überwinden, heute in die Code-Plantage zu ziehen und Sklavenarbeit zu machen. Stattdessen ein projekt abgeschlossen und Rechnung geschrieben. Dann noch zwei Rechnungen für Projekte aus der letzten Woche geschrieben und die dazugehörigen Daten und Dateien aufgeräumt. Dann gleich mal meine Projektverwaltung fürs gesamte Jahr durchgesehen und Daten ergänzt.

Zwischendurch ein Spaziergang zum weiter entfernten Discounter und dort für eigentlich nichts (Brot, etwas Aufschnitt und Gemüse) über 20 Euro bezahlt. WTF?

Ebenfalls zwischendurch einen Blogpost über Neukundengewinnung gelesen und gleich so inspiriert gewesen, dass ich einen Werbetext für eine wenig gebuchte aber mir sehr liebe (und profitable) Dienstleistung für die neue Website geschrieben habe.

So habe ich heute viel geschafft und Ordnung in die Dinge gebracht, mich aber gleichzeitig erfolgreich vor den anstehenden (und dringenden!) Aufgaben gedrückt. Ich verbuche es als Ruhetag nach dem Marathon am Wochenbeginn.

* * * * *

Eine Anfrage von einem sehr desorganisierten und ahnungslosen Designer erhalten, mit dem ich vor zwei Jahren zusammengearbeitet hatte. Das Projekt klingt auch genau danach: Es ist nichts Großes, aber eigentlich habe ich keine Ahnung und mache einfach erstmal. Kannst es Dir ja mal anschauen, was Du dazu meinst.
Und vermutlich werde ich meinen: „Das geht so auf keinen Fall, Ihr braucht a, b und vielleicht auch c, aber das kostet Euch eine Stange Geld!“ Und die ANtwort wird lauten: Ja, wir sehen das alles ein, aber kannst Du nicht erstmal z machen, und dann sehen wir weiter?

Mein neues Ich wird gerade darauf geeicht, in einem solchen Fall von vornherein mindestens den doppelten Preis von früher zu veranschlagen – für all die Beratung, die im Verlauf zwangsläufig notwendig sein wird. Und dann nicht enttäuscht zu sein, wenn derdiedas Kunde doch lieber Abstand nimmt, sondern stattdessen eine Pulle Sekt aufzumachen: Der Kelch ging gerade nochmal an uns vorüber!

* * * * *

Politiker überbieten sich heute darin zu fordern, „die Zivilgesellschaft“ müsse Hass, Antisemitisumus, Rassismus usw. im Alltag entschiedener entgegentreten.
Wenn unter „Zivilgesellschaft“ der Teil der Gesellschaft verstanden wird, „der nicht durch den Staat und seine Organe (Behörden, Verwaltungen) gesteuert und organisiert wird“ (Wikipedia), dann sorry, aber nein.
Ich lasse mir nicht die Fresse von einer Gruppe Nazis polieren, weil ich das Maul aufmache, solange die staatlichen Institutionen ihren Job nicht machen. Nicht die Zivilgesellschaft ist hier gefordert, sondern Politik, Justiz und Polizei. Der Kampf gegen Hass und Gewalt ist in erster Linie eine staatliche Aufgabe und nicht der Job ziviler Widerstandskämpfer.

* * * * *

Woran ich mich erinnern will:
Ist schön, wenn die Chefin auch mal fünfe gerade sein lässt.

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