Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Entschlossenheit

18. November. Montag. Morgens Regen. Die Amsel singt (wie schon seit über einer Woche), auch wenn sie bald vom Wagen der Straßenreinigung übertönt wird. Big city, bright life.
Im Haus gegenüber geht in einem Zimmer das Licht an. Es scheint eine Art Büro- oder Praxisraum zu sein, denn es hängt sich doch wohl niemand eine Neonröhre ins Wohnzimmer? Nach einer Minute geht das Licht wieder aus. Nach zwei Minuten wieder an. Nach dreißig Sekunden wieder aus. Nach fünf Minuten wieder an. Dann bleibt es lange brennen, bevor es endgültig aus geht. Und wieder mal frage ich mich: Was für eine Geschichte steckt dahinter?

Frühes Arbeiten. Jemand war übereifrig und bringt gerade alle(s) ein wenig durcheinander, aber die Lieblingskundin kümmert sich darum. Wir haben da eine schöne Arbeitsteilung: Ich erkläre ihr irgendeinen Missstand, und sie klärt das dann mit den betreffenden Personen, wobei sie weitestegehend meinen Mailtext nutzt. So kann ich ranten und mich gleichzeitig ein wenig verstecken.

Von zehn bis drei am aktuellen projekt der Lieblingskundin gearbeitet, das sich nun schon ewig hinzuziehen scheint. Damit mir nicht das Hirn vor Langeweile schmilzt, zwischendurch immer wieder kurz anderes gemacht: RSS-Feeds gelesen, Wohnungsgrundrisse für meine lokalhistorischen „Forschungen“ gesammelt, str8ts gelöst, gefrühstückt, Wäsche gewaschen, geturnt.

Da mich ausgemistetes Bücherregal und aufgeräumter Schreibtisch so anfixen, habe ich das Scannerfach aufgeräumt, ein Fach im Regal neben meinem Schreibtisch, wo seit 15 Jahren ein Scanner steht, den ich seit ungefähr 13 Jahren nicht benutzt habe. Stattdessen wurde dort alles gestapelt, was momentan keinen Platz hat: Gadgets, die mir P. schenkt und für die ich unmittelbar keine Verwendung habe, Döschen mit gesammelten Blumensamen, Kupfergeld, Kabel und Adapter, Papiere.
Zwei Stunden später ist das Fach leer und sauber und die meisten Sachen weggeräumt. Für ein paar Dinge muss ich noch einen Platz finden, das ergibt sich, wenn andere Fächer aufgeräumt werden.
Das Ganze gehört zum Projekt „Leerer Schreibtisch“, in das Fach sollen irgendwann Drucker, (kleinerer) Scanner und Büromaterial.

Abends keine Lust mehr auf eine Spätschicht, daher nur noch Internet gelesen, Wäsche aufgehängt, Geschirr abgewaschen und Essen vorbereitet.

Woran ich mich erinnern will:
„Wenn Du mit diesem Bewegungskram vor dreieinhalb Jahren angefangen hättest, als Du darüber nachgedacht hast, hättest Du jetzt nicht so lahme Arme und Beine nach 5 Minuten hampeln! Wie willst Du Dich denn in drei Jahren fühlen?!“

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Ein Gedanke zu “Entschlossenheit

  1. Pingback: Erstens kommt es anders… | Annas Miniaturen

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