Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Erstens kommt es anders…

19. November. Dienstag. Wieder früher wach, deutlich vor sechs. Der gestrige Tagesablauf hat mir gut gefallen: Früh anfangen zu arbeiten, durchmachen bis zum frühen Nachmittag, dann eine Runde aufräumen/ ausmisten, und dann nach Lust und Laune noch Kleinkram erledigen.

Maximilian Buddenbohm schildert einen Montag Morgen im November am Hamburger Hauptbahnhof:
„Überall hasten böse blickende Menschen herum, es ist Montag, es ist früh, es ist grau und es sind enorm viele andere da, die alle im Weg herumstehen und Rollkoffer brachial vor fremde Füße zerren und nervtötend langsam Treppen steigen und rudelweise Fahrstühle blockieren und auf Rolltreppen links Poller spielen und unten auf den Gleisen ruppig in die Bahnen drängeln, als käme niemals eine andere mehr, sind wir hier auf der Flucht oder was.“
und ich denke:
„Boah, ich möchte bitte nie, nie wieder an einem Montag Morgen irgendwo hin müssen, wo ich nicht hin will und dabei von tausenden Menschen umgeben sein, die das ebenso wenig wollen.“

Das sind die Momente, wo ich so unendlich glücklich und dankbar für meine Selbstständigkeit bin, durchgearbeitete Wochenenden und ständige Geldsorgen hin, eine Riesenverantwortung und später keine Rente her.
Never again!

* * * * *

Der Tag entwickelte sich dann etwas anders als morgens geplant gewünscht und statt entspanntem Arbeiten standen Strategietelefonate, Aufregen über fehlende Strategien, Rechtsquatsch, Kundeninformationsmails zu Rechtsquatsch und Drängeln nach Unwichtigem an. Um halb vier war ich komplett durchgenudelt, hatte nicht geturnt und nicht gegessen und wollte sofort ins Bett, während in meinem Kopf ein panischer Mob laut kreischte.
Wunderbar.

Also erstmal Unmengen essen (Knäckebrote mit Frischkäse, Mandarinen), dann runterkommen mit Dokus auf arte.tv über die Zusammenhänge von Ernährung, Denken/Stimmung, Immunsystem und Depression. Dann ins Bett, lesen und ein Stündchen (sehr unruhig) schlafen.

Dann kam H. und ich merkte zu meiner Überraschung, dass ich sehr ungeduldig und gereizt war, konnte aber gar nicht so genau greifen, warum.
Vielleicht war es einfach zu viel blöde Kommunikation heute.
Und das Thema mit der (mangelnden) Eigenverantwortung allerorten treibt mich auch immer noch um.

Woran ich mich erinnern will:
Sonne. Das war schön.
Und dass ich anscheinend eine komplette Strategie aufgrund meiner Erfahrung mal eben so aus dem Ärmel schütteln kann. Vielleicht nicht die beste Strategie, aber eine, mit der man erstmal arbeiten kann.

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