Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Strukturierter Tag

20. November. Mittwoch. Jetzt kommen ein paar graue Tage, und ich mache mittags das große Licht an, um nicht einzuschlafen.

Vormittag längeres Telefonat mit dem gerade auswandernden Kollegen. Vieles, was er beschreibt, kenne ich sogar von meinen Aufenthalten im Dorf: Das Framing, mit dem man die Zustände am neuen Ort im rosigsten Licht sieht, sehen will. Sehen muss? Wie nett alle sind. Vermutlich tritt man ihnen auch demütiger oder unsicherer entgegen. Wie es auffällt, wenn da ein Idiot zwischen all den netten Menschen auftaucht. Die Versicherung: Idioten gibt’s ja überall, das hat nichts mit hier zu tun, das macht hier nicht schlechter. Es soll klappen, es soll sich herausstellen, dass diese Entscheidung richtig war. Self-fulfilling prophecy.
Und auch bei ihm wird ein Ereignis kommen, wenn er alles in Frage stellt und der Lack der Begeisterung abplatzt. Erst dann entscheidet es sich.

Ansonsten: Kleinkram gearbeitet, Mails beantwortet, heute wieder kein Lebenszeichen von der Lieblingskundin. Wie man sich an den praktisch täglichen Kontakt in irgendeiner Form gewöhnt.

Bis mittags an einem etwas ungeliebten Projekt gebastelt, dann ein bisschen geturnt. Wunderbarer Stressabbau und Energie-Boost.

Mehr Kleinkram und um drei Feierabend: Weiter geht’s mit Ausmisten. Zu Shopping Queen als Hintergrundgeräusch eine Stunde lang Bücher erfasst und potentielle Verkaufspreise ermittelt. Alles, was nicht viel wert ist, bekommt der Trödler geschenkt, alles andere versuche ich zu verkaufen.

Danach eine Stunde mit M. telefoniert, die voll in Weihnachtsvorbereitungen ist. Lose fürs erste Adventswochenende verabredet.

Danach zu müde for anything und ausgiebig Internet gelesen.

H. kommt spät und ist völlig erledigt. Zusammen gekocht.

Später Anruf einer Kundin von ihm, die gerade mit Mails bombardiert wird, was da los sei. H. ist zu erschöpft, ich schaue mir das an; tatsächlich hat jemand von Ihrem Mail-Postfach eine Mail mit Virus an alle Adressen in ihren Kontakten verschickt. Glücklicherweise hat bereits ihr Provider diese Mails gescannt und als Virus identifiziert und nicht verschickt. Was nun bei ihr ankam, waren hunderte „Nicht zustellbar“-Meldungen des Providers. Nach 45 Minuten war der Spuk vorbei. Passwort geändert, mehr kann man erstmal nicht machen.

Woran ich mich erinnern will:
Immer wieder: Lass Menschen von sich selbst erzählen. Du erfährst sehr viel darüber, wie sie ticken, und machst sie zum Dank ein wenig geduldiger für das, was Du zu sagen hast.

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