Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Lichter-Genuss

1. Dezember. Sonntag. Der erste Tag des letzten Monats des letzten Zehner-Jahres. Ein bisschen Abschied wohnt allem schon inne, gleichzeitig ist das Leben Kontinuitität und wird nach dem Wechsel des Monats oder Jahres nicht anders verlaufen als vorher. Wir gehen weiter, aber wir nehmen uns mit, also muss diesem willkürlichen Zeitpunkt wohl nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Dennoch ist so ein Datum natürlich ein schöner Anlass, Dinge fertig zu bekommen, Vergangenes Revue passieren zu lassen und zu klären, abzuschließen oder gänzlich zu verabschieden: Dümpelnde Projekte, schwierig gewordene und neu gewonnene Freundschaften, Vorhaben, die nicht mehr passen, Ziele, die nicht mehr interessieren.

Also beginnen für mich nun auch meine Jahres-Abschluss-Arbeiten bis zum 18. Dezember, das soll mein letzter Arbeitstag werden, danach soll es dann nur noch ums Aufräumen, Meditieren, Kochen, Backen, Lesen, Essen, Schlafen, Nachdenken, Ausruhen, Feiern, Lichter schauen, Ruhigwerden gehen. Dann stehen noch Reisevorbereitungen an, denn zum Jahreswechsel werden wir ins Dorf fahren, und auch dort wird es zumindest in der ersten Januarwoche nur um körperliche Dinge gehen: Dem Wasserschaden auf den Grund gehen, den Keller umräumen, Papiere sichten und (aus)sortieren, Schränke umräumen, Spazierengehen und noch ruhiger werden.
Ich freue mich sehr darauf.

Und weil ich ja dazulerne, soll meine Jahres-Abschluss-Arbeit dieses Mal kein End-Spurt werden sondern ein langsames Herunterfahren, System für System, bis am Ende alles in einem wohlig ruhigen Stand-By-Prozess verharren kann, nur hier und da leuchtet noch ein Lämpchen, alles ist bereit, im Januar nach und nach wieder hochzufahren, aber bis dahin ist Ruhe und Frieden.
So denke ich mir das.

* * * * *

Vormittags große Monatsplanung, also wann mache ich was, und was mache ich überhaupt, und wieviel Platz lasse ich für Unvorhergesehenes?
Später Fahrkarten gekauft. Am 30. geht’s ins Häuschen im Dorf.

Nachmittags zum Natur-Park Südgelände, dort im Spätnachmittags-Dämmer über lange verlassene Eisenbahngleise durch auf wild gestaltete Natur spaziert und schließlich am Wasserturm den Weihnachtsmarkt „Advent Lichte Genuss“ besucht. Die Lichtinstallationen waren eher so naja, schön für Kinder, aber keine Wow-Effekte, aber das muss ja auch gar nicht immer sein.  Das Schönste kam dann erst beim Ausgang (was eigentlich natürlich der Haupteingang ist, aber wir kamen ja von hinten, quasi durch die kalte Küche): Ein kreisförmiges Labyrinth aus Kerzen in Gläsern. Sehr stimmungsvoll und schön. Dahinter die Lasershow in den Bögen des alten Viadukts war auch sehr ansehnlich.

Auf dem Markt viele Stände mit vielfältigem Angebot, perfekt für kleine und große Geschenke. Viel Selbstgemachtes, durchaus auch recht kreative Dinge. Sehr schön.
Nicht so schön: Sehr, sehr lange Schlangen überall dort, wo es was zu essen oder trinken gab. Überhaupt war es ziemlich voll, viele Familien mit Klein- und Kleinstkindern, entsprechend war der Geräuschpegel. Aber für die Kinder gab es eben auch viel zu gucken und herumzuturnen, das ist schon sehr schön.

Ich war recht früh erschöpft, mir steckte halt noch der gestrige Tag in den Knochen, aber ich hielt gut durch. H. war selig, mal wieder „draußen“ zu sein. Anschenend stecke ich ihn gerade mit meinem sehr bewussten und demonstrativen Herunterfahren auch ein wenig an. Wäre ja schön.

* * * * *

Woran ich mich erinnern will:
Der Plan. Was für ein großartiges Gefühl es jedesmal ist, wenn ich alle Aufgaben aufgeräumt und sortiert habe und weiß, wann was zu tun ist. Diese Befreiung.

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