Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

(Fast) letzter Arbeitstag

18. Dezember. Mittwoch. Offiziell letzter Arbeitstag. Offiziell weil: die Arbeit wird heute Abend nicht getan sein, es gibt etliche Dinge, die ich noch fertig machen oder vorantreiben will, aber das findet dann ohne Kundenkontakt quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Bäume vor meinem Fenster müssen enorm gewachsen sein. Noch vor zwei, drei Jahren sah ich im Haus gegenüber die Leuchtsterne in den drei übereinanderliegenden Fenstern vollständig, jetzt nur noch jeweils halb.

Der Paketbote bringt ein ziemlich zermatschtes Päckchen, das aussieht, als hätte jemand damit Fußball gespielt, inklusive eingedelltem Loch in der Seite. Er ist sehr betroffen und unsicher, wir schauen schnell zusammen rein, der Inhalt ist unversehrt und ist auch nicht durch Erschütterung zu beeindrucken, ich nehme es also anstandslos an, und er ist sehr, sehr erleichtert und bedankt sich ein paarmal. Wenn er wüsste, dass morgen nochmal 11 Kilo Pakete hochzuschleppen sind…

Das ist für mich übrigens ein unschlagbarer Grund, etwas online zu bestellen, selbst wenn ich es in der Nähe im stationären Handel bekommen würde: Die Schlepperei. Ohne Auto (oder Sackkarre) einen übergroßen 10-Kilo-Karton auch nur einen Kilometer nach Hause wuchten, ist nicht drin. Gut, es gibt Taxis, aber ist das wirklich ökologischer? Und dann muss ich es ja auch noch die Treppen hochschleppen.
So wird morgen jemand (hoffentlich) für mich schleppen und (hoffentlich) nicht allzu sehr fluchen, und er wird dafür ein großzügiges Trinkgeld erhalten und mir (hoffentlich) nicht allzu böse sein.

Über den Tag verteilt nochmal drei Stunden allerallerallerletzte Änderungswünsche an der Unendlichen Geschichte. Die Lieblingskundin will mir das ganze Geld geben, das uns dieses Projekt einbringt (es ist wenig genug), aber das macht mir Bauchschmerzen. Ich muss nachdenken.

Zwischendurch ein erneut zugesandtes Passwort geprüft (das wieder nicht funktioniert – bin ich eigentlich die einzige, die Informationen überprüft bevor sie sie weiterleitet, um anderer Leute Zeit nicht unnötig zu verschwenden?!), zum 398. mal dieselbe Frage (derselben Kundin) zum Thema Mail-Spam beantwortet (sie versteht es jedesmal, sie vergisst es nur immer wieder), eine Rechnung und einen Hinweis zu fehlenden Übersetzungen auf einer Website geschrieben, den RSS-Reader ein wenig aufgeräumt, einen etwas speziellen Newsletter aufgesetzt, Lotto gespielt (und nichts gewonnen), Wäsche gewaschen, Klo gesaugt (wo kommen diese Unmengen Staub in diesem Raum immer her?).

Nachmittags mit H. zum Elektronikmarkt 2 Laptops für Kunden kaufen (es gibt einen speziellen Rabatt), H. muss weiter zu einer Kundin, ich schleppe die Dinger nach Hause und reserviere unterwegs noch einen Tisch für ein Essen mit Freunden zwischen den Jahren. wieder eine Kleinigkeit, die ich vom Zettel streichen kann.

Nochmal vorletzte Hausaufgaben für die Lieblingskundin (ein paar Informationen fehlen noch für den Newsletter),, dann endlich das richtige Passwort, das ich für die Umstellung einer Website auf SSL benötige, das noch erledigt, dann inzwischen eingetrudelte Geschenke verpackt, Gemüse fürs Abendbrot geschnibbelt und vor dem Fernseher kollabiert.

H. kommt spät, Essen gibt es erst um zehn, es sind halt diese Tage jetzt. Ich kritisiere ihn nicht, er versucht alles, um noch ein bisschen Geld heranzuschaffen, damit wir unsere Tage im Dorf vielleicht auch ein wenig genießen können, ohne gleich wieder arbeiten zu müssen.

Aber es ist jetzt wirklich langsam gut.
Morgen noch ein paar allerletzte Kleinigkeiten, Rechnungen, Pakete, Haushaltskram und dann, ja dann, ist endlich Urlauuub…

Woran ich mich erinnern will:
Es ist in den Läden geradezu erschreckend leer – wo sind denn alle?

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