Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Erklärungsnöte

8. Januar. Mittwoch. Nach MOVEmber und DOcember ist bei mir jetzt JAnuar: Sag ja zu Aufgaben, Herausforderungen, Menschen. Das ist für jemanden wie mich (HSP, introvertiert, nicht neurotypisch) sehr, sehr anstrengend, und ich muss schauen, ob die Anregung, die ich mir davon verspreche, den damit verbundenen Stress kompensiert.
Ich will aber mal ein Stück weit heraus aus meiner „Komfortzone“, einfach um zu sehen, was ich vielleicht verpasse und wo ich mich zu bequem im Verweigern oder Vermeiden bestimmter Dinge eingerichtet habe.
Auch genauer hinsehen, WAS mich stresst. Ich bin gespannt.

Den Tag gleich mal damit begonnen, dass M. auf ihre unnachahmliche Art eigentlich versuchte, mich besser zu verstehen, dies aber nur in Form von ungläubigem Widerspruch äußern konnte: „Wie, Du hast Dich gestern Abend hingelegt und meinen Anruf nicht mehr gehört?“ (Ich hatte geschwindelt und gesagt, ich hätte Kopfschmerzen gehabt und wäre früh ins Bett gegangen – schlicht weil ich die Diskussion vermeiden wollte, dass ich kurz vor acht keine Lust mehr gehabt hatte, ans Telefon zu gehen. Ich hatte ja auch Kopfschmerzen gehabt und es hätte durchaus so sein können.) „Warum hattest Du denn schon wieder [sic!] Kopfschmerzen?“ (fragt mich die Frau, die gerade an einer Erkältung stirbt…) – „Weil ich gestern den ganze Tag am Telefon war.“ – „Ja und?! Was hast Du denn bloß für ein Problem mit dem Telefonieren?!“ – „Ich habe kein Problem mit dem Telefonieren, ich habe ein Problem damit, sechs Stunden am Stück ohne Pause mit Menschen interagieren zu müssen.“ – „Wieso das denn?!“ – „Weil es mich unglaublich anstrengt, weil in einer Interaktion so viele Dinge gleichzeitig zu verarbeiten sind: was jemand sagt, was er von mir will, das Problem, zu dem ich mir Gedanken machen muss, dann wie jemand etwas sagt, welche Stimmung da mitschwingt, was vielleicht unausgesprochen mit gemeint aber nicht gesagt wird – Da sind so viele Eindrücke und Informationen zu verarbeiten, das strengt mich an und kostet Energie. Und wenn ich mich dann nicht zwischendurch mal ausruhen kann, platzt mir eben irgendwann der Kopf.“ – „Du meine Güte!“
Subtext: Stell Dich nicht so an, sei nicht so verdammt empfindlich, was stellst Du überhaupt Deine Bedürfnisse über meine?!
Tja.

Heute hatte ich keine Kopfschmerzen, aber auch keine rechte Lust zu arbeiten. Der Vormittag dümpelte so dahin: Eine Mail beantworten, mit H. Einkauf und Bauerei planen, Finanzplanung, ein paar dringende Überweisungen machen.

Dann Mittagsimbiss und danach eine Schulungsunterlage erstellt, also im wesentlichen Screenshots und keine große Textanleitung. Das werde ich zukünftig wohl immer so machen – ich brauche noch eine bessere Form dafür.
Den Kram verschickt, noch eine Frage per Mail beantwortet, womit eine Mini-Recherche verbunden war.
Dann Kleinkram, Kaffee trinken, etwas auf Sachen herumdenken.

Dann war plötzlich das Internet weg und kam auch nicht wieder. H. hatte anscheinend keine Lust, der Sache auf den Grund zu gehen, der Hotspot vom Smartphone war unterirdisch langsam, das machte für mich alles keinen Sinn.
Stattdessen Umsatzsteuervoranmeldung fürs letzte Quartal vorbereitet und früh Schluss gemacht.

 

Woran ich mich erinnern will:
Erklären, auch wenn es nicht verstanden wird. Wenn zumindest ein Wissen bleibt: Das geht und das geht nicht – egal ob es dem anderen passt – das ist schon viel wert.

What I did today that could matter a year from now:
Waschen statt duschen: 1 Liter (Trink-)Wasser verbrauchen statt 50. #wenndasallemachenwürden
Die Heizung etwas runtergedreht, weil es milder wird.
Mich (mal wieder) erklärt.
EInen neuen Grobentwurf für Schulungsunterlagen entwickelt.

Was wichtig war:
Grenzen setzen.
Finanzen klären.
Ruhe bewahren.
Ausruhen.

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