Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Das Leck finden

19. Januar 2020. Sonntag. Um kurz nach fünf wach und einen Deal mit mir gemacht: Du legst Dich jetzt ruhig auf den Rücken und denkst nichts Besonderes, und wenn Du dann aufstehen willst, ist das gut, und wenn nicht, schlaf wieder ein.
Ich schlief wieder ein und erwachte um halb acht. Draußen war es noch fast dunkel, denn es regnete. Das Thermometer zeigte 2,5 °C, aber so kalt kam es mir nicht vor. I Laufe des Tages wurde es grau, dann sonnig, dnn wieder grau, dann regnete es wieder. Ein weiterer April-Tag, nur weniger dramatisch als gestern.

Eine Nachricht voneinem Kunden warf mich etwas aus der Bahn, weil sie bedeutet, dass ich in etwas wahrscheinlich noch sehr viel mehr Arbeit stecken muss als ich dachte und als mir lieb ist. Und ein sehr langes und anstrengendes Telefonat führen muss. Morgen.

Um mir nicht anhaltend die Laune verderben zu lassen, schreibe ich ausnahmsweise am Sonntag zurück und lenke mich dann mit einem etwas aufwändigeren Update einer Website ab.

Auch H. hat ein bisschen schlechte Laune und lässt sie in einer Gaslightning-Manier an mir aus, die ich ihm irgendwie noch austreiben muss, mir fehlt nur der Ansatzpunkt. Ein guter Ansatzpunkt ist anhaltende Freundlichkeit und betonte Unbekümmertheit, aber wenn ich die nicht zustande bringe, eskaliert es sehr schnell.
Heute war es kurz davor.

Nachmittags legte ich mich im Wohnzimmer aufs Sofa, aß, las und schlief wohl auch kurz ein, während H. oben sein Mittagsschläfchen hielt. Was der Mensch zusammenschlafen kann!

Kurz nach fünf trafen wir uns zu unserer quasi-täglichen Hausarbeits-Session. Er natzelte noch ein wenig rum, ich ließ das aber an mir abprallen und ignorierte ihn.
Mein Job: Im Loch in der Wand losen und feuchten Putz und Schutt entfernen, um das Abflussrohr freizulegen, damit wir systematisch nach dem Leck suchen können.
H. bastelte währenddessen am Spülkasten und konnte den Absperrhahn wieder gängig machen. Später kam er mir vom Keller her in unserem Loch entgegen, indem er auch dort losen Schutt wegmachte.

Die Analyse ergab einen schönen Riss im Abflussrohr, an das oberhalb des Risses aber anscheinend nur das Klo im ersten Stock angeschlossen ist; der Rest des Bades hat einen eigenen Abfluss. Da sich der Klo-Spülkasten nun wieder absperren lässt und wir ohnehin nur das WC im Erdgeschoss benutzen, können wir nun also das Wasser wieder anstellen und das Bad oben vollumfänglich (außer das Klo) nutzen. Hurra!
Darauf ein Piccolöchen getrunken.

Woran ich mich erinnern will:
Analysieren, ruhig bleiben, abprallen lassen. Nicht provozieren lassen.Kurz raus aufs Klo oder woandershin, ummich zusammeln und abzudampfen. Der Konflikt ist es nicht wert. Idiotisches Verhalten ruhig und gelassen ansprechen. Signalisieren, dass ich es bemerke und es mich kalt lässt.

What I did today that could matter a year from now:
Ein Leck in einem Rohr finden.
Verhindern, dass weiter Feuchtigkeit in die Wand dringt.
Eine Website warten, so dass sie wieder eine Weile reibungslos läuft.

Was wichtig war:
Ausruhen.
Mich stellen.
Ruhig bleiben.
Perspektive und Relation schaffen.
Dem Ärger Luft machen:
Etwas klarstellen.
Hand-Arbeit.

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