Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Reisespaß

25. Januar 2020. Samstag. Unruhig geschlafen, denn H. hat noch die halbe Nacht im Keller und die andere halbe vor seinem Computer verbracht und ist erst um 4:00 Uhr ins Bett gekommen, und ich wurde dauernd wach und musste nachschauen, wie spät es ist und mir Sorgen machen, wie wir heute das Endspurt-Programm gemeinsam durchziehen wollen, wenn er nur so wenig geschlafen hat.
Als er dann endlich im Bett ist, beginnt er so unglaublich laut zu schnarchen, dass ich für die letzten zwei Stunden noch aufs Sofa in meinem Zimmer umziehe.
Der Wecker um 6:00 klingelt dann doch zu früh, ich schlafe nochmal weiter bis 6:45, das fühlt sich zwar immer noch nicht ausreichend an, aber es wird funktionieren, ohne dass ich gleich wieder Migräne bekomme.

Im halbwachen Liegen zwischen vier und fünf schon mal ein wenig Bilanz gezogen über diese fast vier Wochen: Mit welchen Wünschen ich herkam, was ich davon tatsächlich gelebt habe, was gut lief und was nicht so gut und warum das eventuell so gewesen sein könnte.

Erkenntnis: Mein hauptsächlicher natürlicher Impuls war: Ruhe. Lesen, essen, schlafen, essen, lesen. Von Zeit zu Zeit kurz in den Garten wegen Licht und Luft. Ich hatte keine große Lust auf Bewegung, nur etwa alle vier bis fünf Tage war es mir tatsächlich ein Bedürfnis rauszukommen: auf eine Runde durchs Dorf, zu etwas Gartenarbeit, in die Stadt.

Dass ich viel mehr gemacht habe, liegt daran, dass ich zu Impulsen, die von außen kamen, oft Ja gesagt habe.
Und das war schön und hat mich kein einziges Mal gestresst.

* * * * *

Nach dem Gang zum Bäcker nerve ich H. dann irgendwann aus dem Bett, und er ist entsprechend gut drauf, nach viereinhalb Stunden Schlaf.
Immerhin bringen wir ein friedliches Frühstück zusammen, Saugen wird gecancelt, und alles andere klappt so gut, dass wir sogar noch ein paar Minuten mit den Nachbarn plaudern können.

Kurzer Angstmoment als wir an der Bushaltestelle entdecken, dass in der nächsten Kurve der vorherige Bus steht, der vor einer halben Stunde abgefahren ist. Auch Polizei ist da, es sieht aber alles recht ruhig aus und kein Krankenwagen oder so.
Trotzdem: Die Straßen sind eng, der hängt in der Kurve – wenn unser Bus da nicht vorbei kommt, brauchen wir ein Taxi, aber schnell, sonst ist der Zug weg, was wegen zugbindung teuer wird.

Es klappt dann aber alles, der vorige Bus ist an einem parkenden Auto vorbeigeschrammt, und die Straße ist inklusive Bürgersteig breit genug, dass unser Bus an der Unfallstelle vorbeikommt. Puh!

Die weitere Reise verläuft ereignislos; wir fahren wieder Erste Klasse, zuerst mit dem Regionalexpress nach K., dann mit dem ICE nach Berlin.
Der ICE wird erst mit „ca. 10 Minuten später“ angekündigt, fährt dann aber doch rechtzeitig ein und pünktlich ab.
Ich habe es noch nie erlebt, dass sich die Deutsche Bahn dafür entschuldigt, pünktlich zu sein: „Wir hatten vor der Bereitstellung ein kleines technisches Problem, das haben wir aber rechtzeitig gelöst und fahren nun doch pünktlich ab. Falls Sie dadurch Stress hatten, möchten wir uns dafür entschuldigen.“

Am Ende sind wir sogar zehn Minuten zu früh in Berlin, und as auf einer der deutschen Hauptstrecken – wir können über DB wirklich nicht meckern.
S- und U-Bahn nach Hause, dort noch den J. getroffen, aber so ganz da bin ich noch nicht.

Woran ich mich erinnern will:
Wie. Super. Bequem. Ich. In. Der. Ersten. Klasse. Sitze.
Keine Schmerzen, keine Migräne, kein Stress. Entspannung pur. Ich will bitte immer so reisen!
Auch wenn die Tante schräg gegenüber permanent sabbelt. Egal!

What I did today that could matter a year from now:
Kontaktpflege.
Bahn fahren statt Auto oder Bus. Oder gar Flieger.

Was wichtig war:
Ruhig bleiben.
Mich beruhigen als ich es nicht blieb.
Bequem und stressfrei reisen.
Ein freundliches Wort, ein Lächeln. Oder auch zwei.
Bereit sein, Pläne über denhaufen zu werfen.
Beim Erhalt einer Sabbelmail ruhig bleiben und es abhaken.

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