Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Support-Wahnisnn und Überwindungs-Yoga

20. Februar 2020. Donnerstag. Aufgewacht um 06:15 Uhr. Gut. Meine Uhr am Bett (ein altes ausgedientes Handy) hat schon seit einer Woche keinen Strom und langsam lässt der Zwang nach, bei jedem Aufwachen die Uhrzeit zu checken. Ich bin jetzt morgens viel entspannter und wache auch viel seltener auf.

It’s Frog Week! Der heutige Frosch ist ein neuer, den ich hauptsächlich deshalb einschiebe, damit er kein großer Frosch werden kann: Antworten auf die mehr als ungenügenden Reaktionen auf meine Serviceanfragen (Frosch vom Montag) erstellen.

Wir durchlaufen hier mal wieder den üblichen Support-Wahnsinn von Wie-toll-dass-Du-da-bist über Davon-haben-wir-ja-noch-nie-gehört und Wann-tritt-das-denn-auf (was man NATÜRLICH in der Anfrage schon genauestens beschrieben und mit Screenshots belegt hat), weiter mit Hm-ich-kann-das-hier-mit-Gerät/Browser/Einstellung-x-nicht-reproduzieren (wie ich schrieb, habe ich es aber mit Gerät/Browser/Einstellung y versucht), wiederholter Klarstellung und Beschreibung des Problems mit anderen Worten meinerseits, wachsender Hilflosigkeit auf Seiten des Supports (Regel 1 in der Supportausbildung: Gib NIEMALS und UNTER GAR KEINEN UMSTÄNDEN zu, dass unser Produkt unter bestimmten Voraussetzungen nicht funktioniert wie es soll, und dass wir auch keinen Sinn darin sehen, diese Funktionalität bereitzustellen oder auch nur das Nichtfunktionieren zuzugeben) und zunehmender Ärger und Verbohrtheit auf meiner Seite, dann irgendwann ein passiv-aggressives Es-tut-uns-leid-dass-wir-dein-Problem-nicht-zu-Deiner-Zufriedenheit-lösen-konnten, wenn ich nicht vorher wegen der Sinnlosigkeit des ganzen Prozesses schon aufgegeben hatte.

Ich trete nun also in die Phase des Umformulierens meiner Anfrage und Bereitstellung weiterer „Beweise“ für das Fehlverhalten einer Software in Form von Screenshots ein.

Und sonst so heute:

Langes Telefonat mit der Lieblingskundin. Ein paar Ideen zu neuen gemeinsamen Projekten. Ich staune immer, was ich so alles nebenbei aus dem Ärmel schüttle. Das macht mir wirklich Spaß zu spüren, dass ich mein Metier beherrsche.

Ein paar kleine Änderungen an einem Layout coden.

Mittags mit H. RIchtung U-Bahn gehen und dann auf einem Umweg zum kleinen Einkaufszentrum in der Nähe. Dort Angebote in zwei Supermärkten einkaufen. Darunter: Neue Blumenzwiebeln für den Garten. Ich will es mal mit Dahlien und Lilien versuchen. Außerdem noch Zwerggladiolen, nachdem die großen gut wachsen, und Ixien, die den wunderbaren deutschen Namen Klebschwertel tragen.

Wieder zu Hause mit etwas Überwindung eine Yoga-Session gestartet, aber das gab heute nix wenig: Zum einen bin ich noch dabei, mich permanent auf meinen Körper und meine Atmung zu konzentrieren, und ich bin nicht in der Lage, nebenbei noch über meine Intention oder meine Wahrnehmung zu meditieren. Ich bin vollauf damit beschäftigt, die Schultern nicht hochzuziehen, den Rücken nicht durchhängen zu lassen und nicht die Luft anzuhalten, mehr geht da momentan nicht. Zusätzlich fiel es mir heute extrem schwer, irgendwas am Boden zu machen, denn Knie, Rücken, Schultern und Arme protestierten gemeinschaftlich aufs Heftigste. Also beschränkte ich mich auf die Übungen im Stehen und Sitzen (selbst auf dem Rücken liegen ging gar nicht), und das war etwas frustrierend. Ich schob noch eine kurze Session „Yoga at your desk“ ein, das brachte mich dann wieder runter und zentrierte mich etwas.
Immerhin saß ich den Rest des Abends aufrechter und mit besserer Körperspannung. It works!

Dann noch ein Stündchen darüber nachgedacht, was mir in meiner Arbeit wichtig ist. Dies ist Teil meines Projekts, mein Arbeitsleben und mein Angebot etwas umzustrukturieren, um zufriedener zu sein und genug zu verdienen.

Woran ich mich erinnern will:
Ein bisschen Yoga geht immer: Hör in Dich rein, was heute geht und was nicht. Pick Dir das heraus, was möglich ist und lass den Rest für ein anderes Mal.

What I did today that could matter a year from now:
Über meine Arbeit und meine Prioritäten nachdenken.
Blumenzwiebeln kaufen.
Zuhören.

Was wichtig war:
Rausgehen.
Einen Umweg laufen.
Die Unlust überwinden.
Kurz zurücktreten, die Situation anschauen und neu bewerten.
Die Zügel in die Hand nehmen.

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