Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Heimkommtag

22. März 2020. Sonntag. Fast wie gewohnt um zehn nach sechs wach. Leider lagen davor nur etwa sechs Stunden Schlaf.
Die Sonne geht hier etwa 40 Minuten früher auf, vielleicht bin ich deswegen auch schon wach, weil es gefühlt viel später sein muss.
Im Blumenkasten blühen noch immer die Hyazinthen und Narzissen, die Wildtulpen haben gigantisch viel Laub aber (noch?) keine Knospenansätze. Frühling, auch hier.

Ein üblicher Ankomm-Tag: Daten zwischen Laptop und PC synchronisieren, Updates, Taschen auspacken, Sachen verräumen, Internet lesen, Mails schreiben, Kaffeemaschinein Betrieb nehmen (sie ziert sich immer etwas nach längerem Trockenstehen), Blumen gießen.
M. anrufen und gegen Unvernunft anreden. Die Aufregung wird Alltag, langsam treten die kleinen Unbequemlichkeiten zutage und man fängt an, Deals zu machen: Nur schnell da und dort hingehen, denn ich hätte doch sooo gerne XY und das gibt’s hier nicht….? Die Antwort ist ein kategorisches NEIN, da M. zur Risikogruppe gehört. Also werde ich wohl XY besorgen und ihr schicken. Ein kleiner Preis für die Alternative, sie krank zu wissen.

Nachmittags ins Bett gelegt, um Schlaf nachzuholen. Gute anderthalb Stunden sind es nochmal geworden.
Schade um das schöne Wetter (es ist „Ostlage“, also sonnig und kalt), aber am ersten tag habe ich nie große Lust rauszugehen, die späte Heimreise steckt mir noch in den Knochen. Im Dorf kann ich mich immer schon am Nachmittag ausruhen und bin dann am nächsten Tag halbwegs fit, aber hier funktioniert das nicht, wenn ich erst abends um zehn zu Hause bin.

Nun ist ja Deutschland letzte Woche anscheinend nahezu komplett nach Hause umgezogen, jetzt werden die Leute noch ein paar Tage beschäftigt sen, alles zurechtzuruckeln und einen neuen Tagesablauf zu entwickeln, und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.
Wann wird den ersten langweilig, dass sie doch rausgehen oder „heimlich“ Freunde im realen Leben treffen? Wann wird die allgemeine Akzeptanz der strengen Maßnahmen umschlagen in Murren oder offenen Widerstand? Was wird passieren, wenn die Maßnahmen Früchte tragen und die Infektionsrate tatsächlich überschaubar bleibt und das Geschehen für die breite Masse weit entfernt stattfindet? Hält die Ruhe überhaupt bis Ostern? Vielleicht ja, aber wie lange darüber hinaus? Wann werden die Leute rappelig?
Und wie viele werden nach der Rückkehr in die Büros lieber im HomeOffice bleiben wollen?

Woran ich mich erinnern will:
Die Sonne auf den intensiv duftenden Blüten in meinem Blumenkasten.

What I did today that could matter a year from now:
Physischen Kontakt zu Menschen vermeiden.

Was wichtig war:
Aufräumen.
Ankommen.
Zuhören.
Schlafen.

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