Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Ausruhen im Flow

3. April 2020. Freitag. Und wieder eine Woche um, die zweite des „Lockdowns“ oder „Shutdowns“, je nach Geschmack.

Aufgestanden um zehn vor sieben. Besser geschlafen als auch schon, aber immer noch ein wenig übermüdet. Gestern war auf einer psychischen Ebene recht anstrengend und es nagt noch an mir. Ich versuche zu antizipieren, mit welchen Befindlichkeiten ich in den nächsten Tagen und Wochen konfrontiert sein werde, um mich vorzubereiten und adäquat reagieren zu können. Vielleicht das hier mal lesen: Psychologie der Veränderung.

Ich nutze den Wochen-Schlusstag, um meiner recht großen Arbeits-Unlust hemmungslos nachzugeben: Morgens ausgiebig Internet gelesen, Wäsche gewaschen und Küche aufgeräumt.

Der DHL-Bote macht sich nicht mehr die Mühe, auch nur in die Nähe des dritten Stocks zu kommen, wo ich wohne – er klingelt an der Haustür, wenn der Summer gedrückt wird, ist klar, er wird das Paket los, dann kommt er ins Haus, geht langsam eine Etage hoch, wartet, ob von oben jemand runterkommt, stellt das Paket auf die Treppe und dreht um. Ich hüpfe die Treppen hinab, rufe ein „Danke!“ hinunter, sobald ich mein Paket erspähe, bekomme ein „Schönen Tag noch!“ zurück, und alle sind zufrieden. Vermutlich schaffen die Fahrer zum ersten Mal in ihrem Leben ihre Touren in der vorgeschriebenen Zeit.

Mittags etwas Kleinkram, vor allem, damit H. weiterarbeiten kann (Bildbearbeitung für seine Website, Datenexport für die jährliche Auswertung bei einem Kunden), etwas Finanzplanung (Überblick über die Ausgaben fürs Häuschen), Mittagsimbiss, lesen, Mittagsschläfchen.

Danach noch ein bisschen mehr Finanzplanung und ein bisschen weiter Internet lesen, dann ab in die Küche, Geschirr spülen und kochen. Es gibt gebratenen Chicoree mit Linsengemüse, so ungefähr nach diesem Rezept, aber mit der Abwandlung, dass ich uns noch ein paar schöne Speckwürfel auslasse und kross brate, die hinterher über die Linsen gestreut werden.

Im Fernsehen Frank von Lenny Abrahamson, der eine ziemliche Enttäuschung ist: nicht wirklich schräg und nicht wirklich komisch, der Protagonist Jon seltsam unsympathisch, der titelgebende Frank wird mir nicht lebendig. Der Film lässt mich etwas ratlos und seltsam unbefriedigt zurück.

Woran ich mich erinnern will:
Flow: Einfach mal nicht auf die Uhr schauen, sondern machen bis ich keine Lust mehr habe oder müde werde oder es fertig ist.

What I did today that could matter a year from now:
Drinnen bleiben.
Finanzplanung.

Was wichtig war:
Ausruhen.
Der inneren Stimme folgen.
Hausarbeit.

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