Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Tage wie diese

4. April 2020. Samstag. Besser geschlafen und kurz vor acht (!) aufgestanden.

Die Sonne scheint, es wird ein warmes Wochenende mit bestem Wetter. Stress für die Berliner Polizei, die nach den Lockerungen des Berliner Senats nun nicht mehr einfach ausnahmslos alle Picknicker von den Wiesen in den Parks werfen darf, sondern über Abstände und Aufenthaltszeiten belehren muss. Sehr frustrierend, das verstehe ich schon. Für den Frieden in der Stadt mit ihrer traditionellen Rebellion gegen zuviel Polizeipräsenz und -aktivitäten ist es dennoch ein gutes Signal: Die Leute bekommen eine kleine Freiheit zurück, die Polizeigewalt wird ein kleines bisschen eingeschränkt, das ist viel wert momentan.
Mittags kreisen Polizeihubschrauber über der Innenstadt, um die Einhaltung des Kontaktverbots zu ürberprüfen. Es hat was von 1. Mai.

H. ist den ganzen Tag hier und macht Fernwartung bei zwei Kundinnen. Ich habe ein „kurzes 40-Minuten-Telefonat mit M., dann gehen wir zusammen einkaufen, allerdings bleibe ich vor dem laden, weil mir der zu klein und eng ist. Es bleibt aber leer, ich hätte ruhig mit reingehen können. So aber laufe ich in der Sonne hin und her, beobachte ein Taubenpärchen, das sich gefunden hat (wobei es eher so ausseht, als würde sie ihn mit seiner zudringlichen Zärtlichkeit zähneknirschend ertragen, weil man die Brut halt alleine nicht groß bekommt), eine Frau läuft im Eiltempo laut weinend und klagend vorbei, ihr ist wohl gerade ihre Welt in Scherben gegangen und nun rennt sie, nur fort, und irgendwohin, wo sie hoffentlich jemanden hat zum Ausweinen.

Geschirr gespült, Nachrichten (nach)gelesen, gespielt. Nachmittags dann noch ein gutes Stündchen Arbeit am zweiten aktuellen mittelgroßen Projekt. Es läuft ganz ok, ich hoffe, ich komme morgen da wesentlich weiter, damit die Kundin am Montag loslegen kann, Inhalte reinzubasteln.

Spielen, Festplatte aufräumen, RSS-Feeder leeren, Browsertabs aufräumen. Keine Lust auf Wochen- oder Monatsplanung, es scheint nach wie vor alles so unberechenbar, in den letzten Wochen haben meine Pläne nie hingehauen. Dennoch vermisse ich dei Ordnung im Kopf, die sie mir bringen. Morgen.

Essen machen, dann die Willy-Brandt-Doku im Fernsehen. Wieder entzückt von Egon Bahr.

Woran ich mich erinnern will:
In der Sonne stehen und Leben schauen.

What I did today that could matter a year from now:
Rausgehen.
Mich von Menschen fernhalten.
Da sein.

Was wichtig war:
Ausruhen.
Rausgehen.
In der Sonne sein.
Der inneren Stimme folgen.
Ans Telefon gehen.

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