Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Sichern, sichern, sichern

29. April 2020. Mittwoch. Oft aufgewacht aber dazwischen gut geschlafen. Warum bekomme ich immer nachts diese Hitzeattacken? Tagsüber habe ich sie auch, aber da stören sie nicht so massiv. Aber im Bett sind sie unerträglich. Immer noch Wechseljahre? Ist nicht mal gut?

Aufgestanden um Dreiviertel sieben. Es ist bewölkt und hat nachts geregnet. Die Luft ist feucht und schwer, es riecht nach nassem Sand und Holz und Staub. Am Nachmittag regnet es nochmal, es blitzt und donnert auch zwei-, dreimal, aber der Regen ist nichts, viel zu wenig dieses Geniesel, ein Tropfen in den trockenen Staub. Mehr davon! Tage, Wochen! Hält auch die Leute daheim.

In der Arbeit heute: Änderungswünsche der Kundin im mittelgroßen Projekt einarbeiten, auf einer anderen Website ein Modul aktualisieren, das beim letzten Aktualisierungsversuch quertrieb, Rechnung an die Kundin schreiben. Das Gefühl von Abschluss, von „erledigt“ ist unbezahlbar.

Dann einstündiges Telefonat mit M. mit dem Versuch, den e-Book-Reader mit ihrem heimischen WLAN zu verbinden. Mit veralteten Angaben zum Passwort gar nicht so enfach, aber H., der das Passwort irgendwo notiert hat, erreiche ich nicht. Ist wohl im Kundengespräch oder im Mittagsschlaf-Koma.

Übernahme des verkorksten Projekts, wo ein Kunde versucht hatte, mich beim Neustart einer Website zu übergehen und damit grandios auf die Nase gefallen ist. Die ganze Installation ist völlig verkorkst und hoffnungslos veraltet, denn in einem populären CMS fast ein Jahr keine Updates zu machen, ist ausgesprochen dämlich mutig nicht so günstig. Nun muss ich also erstmal alle Dateien und im Verwaltungsbereich gemachten Einstellungen sichern, und da es sich um einen Block aus vier Websites handelt, dauert das seine Zeit. Nun, es wird ja bezahlt… (Wahrscheinlich denkt der Kunde immer noch, das wäre egal, er habe ja mit dem Projekt und dem dummen Endkunden einen so guten Schnitt gemacht, da wäre am Ende ein Viertel weniger immer noch genug. Wenn er sich da in der Relation mal nicht irrt… Diesmal habe ich nämlich nicht vor, irgendwem irgendwas zu schenken.)

Irgendwann bekomme ich H., er hat auch das Passwort, ich rufe M. an, und in fünf Minuten ist alles erledigt. Das richtige Werkzeug ist halt entscheidend… Ich notiere das Passwort für den Fall, der irgendwann auftreten wird, wenn wir es weider brauchen. Dass M. sich das notiert, ist irrelevant, solche Informationen versinken in ihrer Wohnung wie in Treibsand.

Danach noch ein Stündchen Daten und Einstellungen sichern, dann Nachrichten und Internet lesen, Browser-Tabs aufräumen, runterkommen. „Mittags“-Imbiss um sechs, keine Zeit für Yoga heute, ich war im Flow. Spielen.

Auch H. war im Flow, kommt erst um acht, hat dann Riesenhunger und keine Zeit, den geplanten aufwändigen Salat zu machen, also gibt es Strammen Max, fernsehfrei.

Woran ich mich erinnern will:
Das Gefühl von Flow, von Energie, von Vorankommen, Dinge bewegen, zu Ende bringen. Endlich.

What I did today that could matter a year from now:
Zu Hause bleiben.
Recherchieren, wo ich Masken herbekomme oder selber machen kann.
Ordentlich arbeiten.

Was wichtig war:
Zu Hause bleiben.
Keine Kundenkontakte.
Ruhig bleiben.
Sachen fertig machen.

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