Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

#stayathome

2. Mai 2020. Samstag. Aufgewacht um drei und aufs Klo, danach kurz aus dem Fenster geschaut: Bis auf die Dementen-WG im Haus gegenüber sind alle Fenster im Umkreis dunkel, und das ist in der Nacht von einem Feiertag-Freitag auf einen Samstag sehr sehr ungewöhnlich. Lockdown works.

Aufgestanden um halb sechs und die Idee gehabt: Vielleicht muss ich heute gar nicht einkaufen gehen? Ich drücke mich nicht vor dem Rausgehen an sich (obwohl ich die ganze Woche zu Hause geblieben bin, anfangs wegen Sonnenstich dann wegen einfach so), aber die Maskenfrage belastet mich doch etwas, denn, gasp, wir haben noch keine! Bliebe also nur Schal/Halstuch vor dem Gesicht, und das ist doch etwas arg unbequem und rutschig bzw. warm.

H. übernimt das dann mit einem meiner dünnen Sommerschals und trifft im Supermarkt auf andere Männer, die ebenfalls die Schals ihrer Frauen vor dem Gesicht tragen, besonders mutig unser Bekannter F., der pink mit Blümchen trägt. Es wird gescherzt über die topmodisch ausgestatteten Bankräuber, die derzeit unterwegs sind. Ich hätte das alles nicht so locker genommen, es stresst mich doch sehr, unter Menschen zu gehen.

So aber zu Hause, gemütlich Geschirr spülen, duschen, spielen, Nachrichten lesen, Browsertabs aufräumen, Monatsrück- und ausblick, dann ab mittags auch etwas arbeiten: Teil 2 des mittelgroßen Projekts fertig, am (noch) neuen großen Projekt der Lieblingskundin weitergemacht und Grundlagen gelegt, Mailbox aufgeräumt, ein kleines schnelles Projekt etwas vorangebracht, zwischendurch Wäsche gewaschen, Fotos bearbeitet, Internet gelesen und Nachmittagsimbiss eingenommen.

Gegen Abend muckt der Rechner wieder etwas, er verliert dann immer die Internetverbindung, obwohl der Router scheinbar normal läuft. Ich habe noch nicht herausgefunden, wo das Problem liegt, aber nach mehreren Neustarts beider Geräte löst es sich meistens. Eventuell ist auch eine externe USB-Festplatte beteiligt, man weiß es nicht.
Ich nutze die Neustarts, um nebenbei den Schreibtisch aufzuräumen und ein paar Daten zu erfassen, dazu brauche ich kein Internet.

Dann noch etwas in der Familiengeschichte gegraben, während H. sich nach einem Arbeitstag (diverse Recherchen für verschiedene Kunden) seinem Musik-Equipment widmet und auch wieder ein Stück vorankommt mit der Errichtung einer für ihen sinnvollen Infrastruktur.

Abends gemütliches Fernsehen mit The Big Lebowski und Kommissar Wallander.
Zum Abendbrot Lammreste als Eintopf mit Kichererbsen, Mais und Kidney-Bohnen.

Woran ich mich erinnern will:
Auf die innere Stimme hören.

What I did today that could matter a year from now:
Zu Hause bleiben.

Was wichtig war:
Zu Hause bleiben.
Ausruhen.
Arbeiten.
Ordnung schaffen.

Standard

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.