Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

To-Dos, Must-Dos und Can-Dos

10. Mai 2020. Sonntag. Muttertag. Ist der Monat auch schon wieder zu einem Drittel um. Jeden Morgen wache ich auf mit dem Gefühl, alle Zeit der Welt zu haben, dann ist es Vormittag, Mittag, Nachmittag und nichts gemacht, nichts geschafft, nur müde bin ich, ein kurzes Schläfchen in Ehren, dann ist es Abend und der Tag rum und ich denke War’s das schon? Ich wollte doch eigentlich dieses und jenes…

Aufgestanden um sechs. Die Sonne geht über den Häusern am anderen Ende des Platzes auf. Eine Biene summt mir etwas zu interessiert vor dem Fenster herum, ich will sie nicht im Zimmer haben, mache das Fenster zu. Die Vögel höre ich jetzt nur noch sehr gedämpft, H.s Schnarchen dafür umso lauter. Ich mache das Fenster wieder auf. Es riecht süß, nach Kastanien und Mahonien und Flieder und was weiß ich noch. Das ist jetzt die schönste Zeit, sonnig und warm und alles noch schön grün und blühend, der Himmel so blau, und die Erde duftet.

Die Reproduktionszahl ist wieder auf über 1 gestiegen, drei Wochen nach der nachösterlichen ersten Lockerungswelle, bei der kleinere Geschäfte wieder öffnen durften und plötzlich alles rausströmte, als wäre „es“ nun vorbei. Mal sehen, ob es ein Trend ist oder nur eine vorübergehende Schwankung.

Weil in meinem Kopf alle To-Dos, Must-Dos und Can-Dos umeinander schwappen wie in einem unbekömmlichen Eintopf und jegliche Arbeitsmotivation im Keim ersticken, ist es mal wieder an der Zeit, mental aufzuräumen. Also: Wasser ablassen, alles, was da drin rumschwimmt, rausnehmen, abspülen und zum Trocknen ausbreiten. Als ich sehe, welche Menge an Projekten, Vorhaben und Dringlichkeiten da zum Vorschein kommt, ist mir schon klar, warum ich zu nichts komme.

Nachdem alles in eine MindMap einsortiert ist und Prioritäten der neun dringlichsten Vorhaben berechnet sind, steht der Plan für diese Woche. Im Prinzip ist jeden Tag ein Projekt dran, dem ich mich hauptsächlich widme, dazu ein sehr großes, dass ich in Babyschritten nach vorne bringen will/ muss. Und ein wenig Luft lasse ich für den täglichen Kleinkram, der mir in den Topf gekippt wird.

Weil ich letzte Woche faul war, steht heute auch Arbeit an und ich arbeite zwei Stunden an einem kleinen Kaugummi-Projekt (es zieht sich und klebt an mir, es will irgendwie nie fertig werden). Zwischendurch an einem privaten Projekt weitergemacht, zu dem ich gerade wieder Lust habe.

Zum Kaffee M. angerufen und zwei Stunden zugehört, danach etwas durchgenudelt. H. kommt früh, ich spüle noch, dann bekommt er die Küche, während ich noch ein neues kleineres Projekt der Lieblingskundin anlege.

Zum Abendbrot Auflauf aus Fenchel, Kartoffeln, Äpfeln und Speck; im Fernsehen Nur die Sonne war Zeuge (1960) mit einem jungenhaft schönen Alain Delon

Woran ich mich erinnern will:
Aufräumen im Kopf. Mentale Hygiene.

What I did today that could matter a year from now:
Zu Hause bleiben.
BT-Projekt.

Was wichtig war:
Zu Hause bleiben.
Ordnung schaffen.
Kontakt halten.
Den Kopf füttern.

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