Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Brandherde

24. Mai 2020. Sonntag. Alle am Bett verfügbaren Uhren sind stromlos, daher aufgestanden als mir danach war. Wie sich herausstellte, war es kurz vor sechs, also eine gute Zeit. Aufgehende Sonne, dann Bewölkung, Vögel, sonntägliche Stille. Später immer wieder kurze Regengüsse.

Ich atme und lasse dabei immer wieder die Schultern sinken, wie ich es im Yoga gelernt habe. Die Entzündungen im Mund melden sich. Was ist der Stress? Geld, Zukunftsangst, ich weiß schon. Wie weiter? Was, wenn…? Die existenziellen Fragen.

Nachmittags schmerzt plötzlich der Ellenbogen. Entzündung? Rheuma? Beanspruchung? Der Schmerz sitzt tief im Gelenk. Interessant, wie sich der Körper immer wieder neue Dinge einfallen lässt, um – ja, was? Wenn ich die Botschaften verstehen und entsprechend handeln könnte, wären sie vielleicht nicht nötig.

Nach einem entspannten Vormittag mit alten Architekturzeitschriften, neuen Fotos, spielen und Wäsche wegräumen setze ich mich nachmittags an Das große harrige Update. Es dauert drei Stunden, dann ist es erledigt.

Danach bin ich müde und hungrig, esse Unmengen Joghurt, teils mit Gurke, teils mit Zucker, dazwischen Erdbeeren. Schaue Archäologie-Dokus auf arte.tv. Lese und schlafe wohl auch etwas.

Ein paar Dinge hatte ich geplant, aber ich merke, wie der Widerwillen gegen diese Dinge mich komplett ausbremst und alles andere überlagert, also cancele ich sie einfach für heute. Vielleicht geht es morgen besser.

Abends dann nochmal eine Stunde Beschäftigung mit meiner eigenen Firma: Fragen und Ideen zum Branding, für ein neues Logo, das Konzept für die neue Website. Ich nähere mich etwas.

Erkenne, dass eine geniale Deignerin / Markenentwicklerin vor allem Fantasie und gute Assoziationen braucht, um aus dem, was die Firmeninhaberin erzählt, ein tragfähiges und originelles Konzept zu entwickeln. Wie aber entstehen Assoziationen? Guter Output entsteht nur dort, wo der Input stimmt; es lohnt also, sich für diese Aufgabe nach jemandem umzuschauen, die über gewisse Lebenserfahrung verfügt, mit vielen verschiedenen Menschen/ Branchen gearbeitet, ein breit aufgestelltes Wissen und vielfältige Interessen/ Hobbies hat. Wenn man etwas Originelles will. Wenn man nur haben will, was alle haben, reicht sicher eine Feld-Wald-Wiesen-Designerin.

Arbeitsauswertung. Ich stelle fest, dass ich in dieser „Urlaubs“-Woche auch nicht wesentlich weniger Projektarbeit geleistet habe als in den vergangenen Wochen. Heute hat natürlich den Schnitt „versaut“. Dann noch Planung für nächste Woche: Zwei sehr unangenehme Dinge brennen lichterloh, eine dritte glimmt. Das wird wohl eine doofe Woche, andererseits bin ich momentan in der richtigen Stimmung, einfach stur abzuarbeiten, also vielleicht geht es.

Start eines neuen kleinen Projekts für die Lieblingskundin.

Zum Abendbrot nochmal Kartoffel-Pastinaken-Suppe.

Woran ich mich erinnern will:
Manchmal sind es die einfachen Fragen, die einen weiterbringen.

What I did today that could matter a year from now:
Zu Hause bleiben.
Am eigenen Branding arbeiten.

Was wichtig war:
Diese Aufgabe erledigen.
Ausgleich schaffen.
Abwechslung.
Dranbleiben.
Der inneren Stimme folgen.

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