Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Maskiert in der Stadt

18. Juli 2020. Samstag. Sehr unruhige Nacht: Erst konnte ich lange nicht einschlafen, dann bin ich dauernd hochgeschreckt, morgens alle zehn Minuten bis ich kurz nach sieben aufgegeben habe. Ich wollte zwar früh aufstehen, aber davor eigentlich schon auch schlafen…

Heute nun also in die Stadt gefahren, was eigentlich für gestern geplant gewesen war, aber heute stimmte die innere Einstellung. Aufbruchmit dem Bus um elf, 20 Minutenspäter imZentrum, Sparkasse (Geld für H. holen), Klamottenladen 1 (generell nach Sachen für mich und T-Shirts mit Rollkragen für H. schauen, beides negativ, im Auftrag von M. Gutschein für Hs Geburtstag kaufen), Natur-Kosmetikladen (eine Ladung Duschgels für hier, für Berlin und als Mitbringsel für M.), Schuhladen (Suche nach ausgefallenen, pfiffigen Schuhen, aber wie erwartet nichts gefunden), Klamottenladen 2 (auch hier keine Rollis für H. und nichts für mich, auf Hosen-Anprobieren hatte ich bei der Wärme keine Lust, stattdessen Socken und Unterwäsche geholt), Blumenladen (2 Pflanzen fürs Grab), Shopping-Center, dort Zeitungsladen, Bäcker und Supermarkt.

Auf dem Heimweg etwas Verwirrung, mit welchem Bus ich nun zum zentralen Umsteigeplatz komme und eine Chance habe, den halbstündlichen Bus ins Dorf noch zu erwischen, ohne den Umweg über den Hauptbahnhof zu machen und dort eine halbe Stunde zu warten. Es gelang, und mit etwas Gehoppel erwischte ich den Bus ins Dorf. Um zwei wieder oben.

H. lag zu seinem üblichen Mittagsschläfchen, ich legte mich auf den Liegestuhl in den Garten zum Abdampfen.
Später zusammen zum Friedhof, die Pflanzen einsetzen und gießen, das Grab der Mutter eines Schulkameraden von H. suchen, die, wie wir erst vor kurzem erfahren hatten, im Januar gestorben war. Das Grab ihres Mannes sauber gemacht, das wäre ihr wichtig gewesen.

Auf dem Heimweg Nachbarin A. getroffen und eine Weile geplaudert. Dann Kaffee getrunken und wieder im Liegestuhl kollabiert, gelesen, später auch etwas geschlafen.
Es war sehr warm und wurde zunehmend dampfig, obwohl von Zeit zu Zeit ein kühler Wind wehte.
Die Nachbarn mit den drei Jungs sind mittags von ihrer Urlaubswoche zurückgekommen. Der Kleine war anscheinend nicht so begeistert. Zu wenig Programm? Die Oma ist wie auf Speed und scheint sich zu freuen, alle wieder da zu haben, lässt sogar ein paar Frechheiten vom Kleinen durchgehen, obwohl sie sonst sehr streng ist.

H. stellt den Tisch an seine neue Lieblingsstelle im Garten, fast ganz hinten in der Ecke, wo man eingerahmt von Sträuchern mit Blick auf das Haus im Grünen sitzt. Dort essen wir auch: Salat mit Rest-Huhn von gestern, dazu Zucchini, Paprika, Stangensellerie, Champignon und Kräuter vom Beet.
Sterne, Satelliten und ISS schauen; auch heute keine Sichtung von NEOWISE.

Woran ich mich erinnern will:
Ein schöner runder Tag weg vom Computer: Draußen sein, was tun, entspannen, reden, Alleinsein. Perfekte Ausgewogenheit.

What I did today that could matter a year from now:
Mich unter Menschen begeben.
In der Stadt durchgängig Maske tragen, auch auf der Straße („Solange Ihr alle zu blöd für 1,50 Meter seid, bleibt mir ja nichts anderes übrig!“)

Was wichtig war:
Rausgehen.
Allein sein.
Aktivität.
Entspannung.
Der Shoppinglaune nachgeben.
Bedürfnissen folgen.
Reden.
Kontakt.
Ruhe.

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