Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Friedhofsbesuch

29. Juli 2020. Mittwoch. Aufgestanden um zwanzig nach sechs.
Sonnig aber etwas „kühler“. Nach den 30 Grad gestern werden heute „nur“ 23. Reicht aber auch, in der Sonne ist es ohnehin viel heißer.

Damit es nicht langweilig wird, habe ich mich gleich am Tag nach dem Flughafentest mit C. verabredet, um am Friedhof nach dem Grab der Großeltern zu sehen. Ich war offenbar sehr optimistisch, was meine Energie angeht und habe die Möglichkeit von Nachwirkungen wie Migräne, Erschöpfung und ähnliches nicht in Betracht gezogen. Zu Recht, wie sich herausstellte: Ich spürte heute zwar körperlich, dass der gestrige Tag mit dem vielen Stehen nicht unanstrengend war, aber ansonsten geht es mir überraschend gut, außerdem habe ich gute Laune und bin bereit zu allen möglichen Aktivitäten. Sehr merkwürdig.

Überhaupt habe ich seit jetzt über einem Monat ein erstaunlich hohes Energielevel, bin unternehmungslustig und belastbar. Die #aktuellesituation tut mir offensichtlich gut.

Ich breche also um halb zehn Richtung Berliner Südwesten auf, und die Fahrt dauert trotz dreimaligem Umsteigen (U-Bahn, S-Bahn, andere S-Bahn, Bus) nur 45 Minuten. Sehr entspannt. Ich nutze den „Ausflug“, um ein paar Bilder mit der neuen Kamera zu machen. Die Akkulaufzeit macht mir etwas Sorgen; ich muss mir dringend zwei Ersatzakkus besorgen, denn bei meinem Fotografierverhalten brauche ich die für einen Tagesausflug. Mindestens.

Ich bin früher da als verabredet, C. aber auch. Wir pflanzen unsere Sonnenblumen, plaudern etwas, dann verabschiedet sie sich und ich stromere noch etwas über den Friedhof auf der Suche nach alten Gräbern, skurrilem Grabschmuck und schönen Perspektiven.

Dann zurück, noch ein Gemüse-Großeinkauf beim Discounter, und ich habe wieder für eine Woche Essen. Sehr schön.

Nachmittags Telefonate mit der Lieblingskundin (1 Stunde), mit M. (1 Stunde) und mit H. (20 Minuten). Alle Leute sind in Plauderlaune, ich auch, und gearbeitet wird dann heute eben nicht mehr viel.
Eine Fehleranalyse mache ich noch, warum auf einer Website ein bestimmtes Element nicht angezeigt wird (JavaScript-Konflikt), der rechner verlangt nach ein klein wenig Wartung, und der Schreibtisch muss dringend aufgeräumt werden, sonst finde ich irgendwann meine Tastatur nicht mehr.

H. kommt kurz vor sieben, wir reden etwa eine Stunde über C. und das Grab und was sonst so war, dann geht es ab in die Küche und ohne Spülen an den Herd: Es gibt gebratenes Huhn, dazu ein Tabouleh aus Bulgur und Möhrengrün (so ähnlich wie das hier, nur ohne Petersilie, denn ich habe echt viel Grün), die dazugehörigen Möhren mit Königskümmel und Sesam im Ofen geröstet und ein Tahin-Sößchen.
Auf Fernsehen habe ich keine Lust, der Kopf ist voll.

Woran ich mich erinnern will:
In Berlin werden die Feuerdornbeeren schon orange.
Eine Ringeltaube, die auf dem Friedhof Nistmaterial sucht und dann in einen Straßenbaum fliegt, wo sie ihr Nest baut. Wie sie sorgsam einen trockenen Grashalm dreht, wendet, prüft und ihn sich dann zum Abtransport bereitlegt.

What I did today that could matter a year from now:
Einen Kontakt pflegen und vielleicht den Grundstein für etwas legen.

Was wichtig war:
Mit Ruhe auf Befindlichkeiten reagieren.
Wahrnehmen.
Rausgehen.
Sonne.
Schauen.
Fotografieren.
Ruhe.
Einkaufen.

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