Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Dranbleiben

3. August 2020. Montag. Um Punkt sechs wach und aufgestanden. Es ist bedeckt und angeblich kühler, aber die Luft ist sehr feucht. Unangenehm. Ich fühle mich unausgeschlafen und bekomme wieder eine Entzündung am Zahn. Ich ahne, was der Stress ist; er hängt mit dem bevorstehenden Geburtstag von M. zusammen, aber da ist wohl wenig zu machen. Gegensteuern.

Heute innerlich seltsam unruhig. Die Gedanken springen von einem Thema zum andern, Konzentration auf eine Sache ist für maximal zehn Minuten möglich, dann beginnen körperliches Unwohlsein, Atemnot, die Augen fallen zu, ohne dass ich mich wirklich müde fühle. Totalverweigerung.

Eigentlich wollte ich in die Stadt zu einem Blödmarkt fahren, um mein Geburtstagsgeschenk von H. abzuholen, aber das verschiebe ich. Eigentlich müsste ich auch dringend ein Projekt für die Lieblingskundin fertig machen, da komme ich wenigstens ein bisschen weiter – in Zehn-Minuten-Häppchen; am Nachmittag sind sogar mal 40 Minuten am Stück möglich.

Ich versuche, den tropfenden Wasserhahn auseinanderzubauen, aber das funktioniert nicht; die Griffe lassen sich nicht entfernen, um an die Ventile zu kommen, denn der Zugang zum Schräubchen ist verklebt. Man soll also den kompletten Wasserhahn wegschmeißen, weil man nicht ans Innere kommt, um einen Pfennigsartikel wie eine Dichtungsgummi auszutauschen? Krank.

Am frühen Nachmittag widerwillig einkaufen gegangen. Das Caféchen hat noch zu (Sommerurlaub), sonst hätte ich mich gerne auf einen Milchkaffee (und vielleicht ein Stück Kuchen) dort niedergelassen, aber die Hipsterläden sind keine Alternative, also gibt’s Kaffee (und keinen Kuchen) zu Hause.

Mich ein bisschen in Working Out Loud eingelesen – ich weiß nicht, ob das das Richtige für mich ist. Mir geht es ja eigentlich auch eher darum, mal endlich ein paar Dinge erledigt zu bekommen, nicht so sehr ums Lernen und Netzwerken. Aber vielleicht könnte das was sein, um gleichgesinnte KundInnen und ProgrammiererInnen zu finden, wer weiß? Ich gebe es noch nicht ganz auf.

Immerhin heute geschafft: Festplatte und Inbox weiter aufräumen, Fotos bearbeiten und taggen, Klarheit über mein Geschenk für M. gewonnen, insgesamt weiter gekommen. Besser Babyschritte als gar keine.

Zm Abendbrot Curry-Ingwer-Zwiebel-Speck-Lauch aus dem Ofen mit Berglinsen und auf ARTE „Die Erbin“ mit Olivia de Havilland und einem grottenschlechten Montgomery Clift (der immerhin soviel Selbstkritik besaß, genervt von seiner eigenen Darstellung die Premiere des Films zu verlassen). Ursprünglich war wohl geplant, die Stars von Robin Hood (1938) wieder zusammenzubringen: Basil Rathbone als Dr. Sloper und Errol Flynn als Morris Townsend. So gerne ich mir das angesehen hätte – so hatte Olivia de Havilland doch mehr Gelegenheit ihre Stärken auszuspielen, anstatt lediglich ein Remake der Liebesszenen aus Robin Hood zu drehen.

Woran ich mich erinnern will:
Wenn nicht so, dann eben anders.

What I did today that could matter a year from now:
Neues lernen.

Was wichtig war:
Dranbleiben.
Es immer wieder versuchen.
Umswitchen.
Machen.

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