Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Foto-Ausflug mit Grabpflege

26. August 2020. Mittwoch. Aufgewacht um 5:55, das ist ein bisschen unheimlich. Noch ein wenig müde, obwohl ich seit langem mal wieder durchgeschlafen habe.

Vormittags am großen Projekt für die Lieblingskundin gearbeitet und zu meinem Arbeits-Lern-Projekt recherchiert und Wissen angehäuft. Zwischendurch Wäsche gewaschen.
Die Arbeit ging mir gut von der Hand, aber am frühen Nachmittag war es dann auch gut.

Bei der Internetlektüre ein wenig über die Sprache von einigen Menschen erschrocken, die man wohl zur bürgerlichen Mittelschicht zählen kann und die sich im Allgemeinen als aufgeschlossen und weltoffen darstellen. Das gilt aber wohl nur, solange die Schattenseiten der Welt ihren Nahraum nicht berühren. Schade eigentlich.

Nachmittags zu einem Foto-Experimentier-Ausflug aufgebrochen. Als Ziel hatte ich den Friedhof mit Großelterns Grab gewählt. Ich wollte eh nochmal am Grab vorbeischauen und dort etwas aufräumen (die Sträucher der nicht betreuten Nachbargräber machen sich etwas sehr breit) und dann die Gelegenheit nutzen, ein wenig neu gelerntes Wissen auszuprobieren.

Dank Regenwetter war es leer auf dem Friedhof und ich konnte in Ruhe herumexperimentieren, ohne dass plötzlich irritierte Angehörige oder misstrauische Mitbürger:innen hinter mir stehen und ich mich dauernd erklären muss.
Es hat viel Spaß gemacht und ich ließ mir alle Zeit der Welt.

Anschließend gegenüber vom Friedhof beim Discounter noch Kleingkeiten eingekauft und dann nach Hause.
Abends sehr müde und erschöpft (ich war schließlich fast vier Stunden unterwegs).

Zum Abendbrot Geflügel-Fleischbällchen, dazu Spitzkohl mit Curry und Schmand.

Woran ich mich erinnern will:
Beim Fotografieren ein Thema wählen. Beim „einfach nur gucken“ mache ich immer dieselben mittelmäßigen Bilder.

What I did today that could matter a year from now:
Rausgehen.
Bilder machen.

Was wichtig war:
Rausgehen.
Bilder machen.
„Garten“arbeit.
Abstand halten.
Was für mich tun.
Den Mund aufmachen.

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2 Gedanken zu “Foto-Ausflug mit Grabpflege

    • Vielen Dank – ich lese bei Ihnen auch schon eine Weile sporadisch still mit 🙂
      Mir stößt ein derartiger Sprachgebrauch zunehmend auf – genauso wie eine bestimmte Streitkultur in diesen Kreisen: Entweder reagiert man auf Kritik überhaupt nicht und lässt dies die Steigbügelhalter erledigen, oder es wird massiv verharmlost: Ist doch nicht so gemeint, ist halt ein bisserl derb, so ist er eben, der Bayer/ Berliner/ Rheinländer/ …
      Selbstkritik? Fehlanzeige.
      Ich erwarte ja nicht, dass man mir sagt: „Stimmt, Du hast Recht, da habe ich einen Fehler gemacht.“ Das schaffen heute ohnehin nur noch die Wenigsten. Aber ein „Oh, das habe ich bisher nicht so gesehen – da denke ich mal drüber nach“ – selbst das ist ja schon zuviel verlangt.
      Und das macht mir ein bisschen Angst.

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