Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Der Wunsch nach einem Klon

4. September 2020. Freitag. Nachts wieder schweißgebadet aufgewacht (3:20 Uhr), aber dann nochmal eingeschlafen. Wach um halb sechs und aufgestanden, weil ich nicht mehr liegen konnte.

Der Kopfschmerz ist vom linken Auge in den Nacken gewandert und strahlt zur Kopfmitte hin aus. Morgens ist er noch habwegs erträglich, später lässt er zusehends nach. Zum Glück!

Ich akzeptiere das Signal und befasse mich heute mit einem großen mentalen Kehraus: Was steht an? Wann muss was erledigt sein, was hat noch Zeit? Wie gestalte ich die nächste Woche so, dass ich nicht zusammenklappe? Denn da M. mitkommt, muss ich in K. ebenfalls „funktionieren“.

Ich möchte mich klonen können, damit der Klon eine Weile mein Leben lebt, während ich mich ins Bett lege und lese.

Ich habe das eine Zeitlang so gemacht, nur ohne Klon. Also: Mein Leben vorüberziehen lassen und mich ins Bett gelegt und gelesen. Die Folge: Schulden, Stress, beinahe der Verlust der Wohnung und jeglicher Selbstachtung. Aber auch: Viele gute Gedanken, Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit, ein realistischeres Selbstbild als ich es bis dahin hatte.

Es hat immer alles zwei Seiten – glücklich (?), wer beide erkennen und annehmen kann.

Zwischendurch mit zäher Mühe das Winzprojekt der Lieblingskundin abgeschlossen und beim Großprojekt eine gute Idee gehabt, die einen Haufen Arbeit spart.
Fotos bearbeitet.

Abends ruft M. an: Die Fernbedienung vom Fernseher tut’s nicht mehr. Ich tippe zuerst auf Batterien, aber die sind es angeblich nicht. Ich recherchiere. Eine Ersatz-Fernbedienung kostet inklusive Versand unter 20 Euro. Wenn ich hinfahre, sind das 2 Stunden. Ich bestelle die Fernbedienung.

Die Freundin in K. läuft mal wieder ein wenig aus dem Ruder und ergeht sich in endlosen Mails in Klatsch und Tratsch über ihre jüngere Halbschwester, die vor fünf Jahren den Kontakt abgebrochen und nun wohl zum zweiten Mal geheiratet hat, ohne dass man über eine Scheidung vom vorherigen Mann informiert worden war. Ich verstehe ja, dass sie an diesem Kontaktabbruch knabbert, aber jetzt der Frau massiv auf allen möglichen Kanälen hinterherzuspionieren, um auf diese Weise „an ihrem Leben teilhaben zu können“ – das kann es doch wohl auch nicht sein. Wie wäre es stattdessen mal mit dem Versuch einer Aussprache, gepaart mit der Bereitschaft, sich auch Unangenehmes über sich selbst anzuhören?

Zum Abendbrot gibt es den Rest Suppe von gestern, dazu auf ARTE Unser Geheimnis über eine Stalkerin mit unklaren Absichten. Nett anzuschauen, aber erhebliche Schwächen in der Logik der Handlung.

Woran ich mich erinnern will:
Wie gut es sich anfühlt, wenn die Küche weider halbwegs aufgeräumt ist, die Geschirrberge verschwunden sind und der Körper geduscht ist. Alles ist sauber, odrentlich und ruhig. Sogar der Schreibtisch ist aufgeräumt.

What I did today that could matter a year from now:
Ein paar Recherchen und kleine Entscheidungen. Wir werden sehen, ob etwas daraus wird.

Was wichtig war:
Ordnung schaffen.
Überblick gewinnen.
Kram abschließen.
Dranbleiben.
Ansprechbar sein.

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