Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Raus unter die Idioten

18. Oktober 2020. Sonntag. Unruhig geschlafen, weil H. bis fünf Uhr morgens am Rechner saß und Musik machte.
Aufgestanden um sieben. Trotzdem ausgeruht.

Mene Formulierung des Tages:

(…) mit meinen Talenten, die für viel ein bisschen reichen und für nichts so richtig (…)

Madame Modeste: Omnia mea mecum, modeste.me, 18.10.2020

Da finde ich mich wieder. Aber: Talent allein reicht nicht, man muss es auch entwickeln, fördern, trainieren. Da stehen mir dann meine Faulheit und ein sehr schnell auftretendes Gefühl von Langweile im Weg: Ewig das Gleiche machen, nur um im Detail immer besser zu werden? Laaangweilig…
Ich entwickle meine Talente bis zum dem Punkt, an dem sie mir so gerade noch Freude machen. Das Talent (oder ist es eine einmal getroffene Entscheidung, die zur Gewohnheit geworden ist?) zu analysieren, zu systematisieren, zu begreifen. Informationen zusammenzutragen und aufzubereiten.

* * * * *

Ich schleiche eine Weile um ein paar Aufgaben herum die dringend gemacht werden müssen und vor denen mir aus verschiedenen Gründe bang ist.

Augen zu und durch:
Vormittags bringe ich das Große Projekt der Lieblingskundin online. Es ist noch etliches daran zu tun, aber das kann im laufenden Betrieb gemacht werden.
Nachmittags schaue ich mir ein anderes Projekt der Lieblingskundin an, das aus Gründen schon Monate auf Halde liegt (er Kunde hatte sich erst vor kurzem entschlossen, das doch weiterentwickeln zu wollen) und wo ich erfreut feststelle, dass ich schon weiter war als gedacht. Der Rest scheint übersichtlich und schaffbar, wenn auch mit viel nerviger Detailarbeit.

Nach dem Kaffee fühlen wir uns beide so bleiern müde und stellen fest: Uns fehlen Licht, Luft und Bewegung. Also raus, an den Kanal, und da erwartet uns tatsächlich en kleines Abendrot und weites Wasser im ehemaligen Hafenbecken und Schwäne und Enten und Möwen und Blässhühner.

Und Idioten, die nicht hintereinander gehen können, wenn der Weg enger wird. Also wieder die ganze Zeit Maske auf und ein paar blaue Flecke verteilt. Ich wünsch‘ Euch allen die Seuche an den Hals. Aber wahrscheinlich kommen sie alle unbeschädgt durch, und nur uns trifft das wieder irgendwie.
Wäre das dann eine gerechte Strafe für böse Gedanken?

Wieder zu Hause erneut müde, aber aus anderen Gründen. Sauerstoffschock.
Nichts mehr arbeiten. H. ruft den Freund in K. an, ich stöbere im Internet, plane die Woche.

Zum Abendbrot nochmal dasselbe wie gestern (Huhn, Reis, Salat, warme Pflaumenchutney-Soße), dazu auf ARTE Spy Game. Gute Abendunterhaltung.

Woran ich mich erinnern will:
Der Himmel so weit, die Seele so eng.

What I did today that could matter a year from now:
Rausgehen.

Was wichtig war:
Ausgleich.
Luft.
Horizont.
Den Frosch essen.
Am zweiten knabbern.

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