Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Besser als befürchtet

24. Dezember 2020. Donnerstag. Wach um kurz vor sechs, aber noch etwas liegengeblieben. Aufgestanden um 6:15 Uhr.
Der Regen hat aufgehört, aber die Straßen sind noch nass. Die Amsel singt.
Ich bin knochenmüde und freue mich sehr auf Samstag, weil ich ab dann eine Woche wirklich, richtig frei haben werde.

Da ich nun gestern nicht so vorangekommen bin wie ich gehofft hatte, ist heute mehr zu tun als mir lieb ist, bevor M. am frühen Nachmittag eintrudelt:

Die bestellten Blumensträuße abholen, Wäsche wegräumen, das gute Geschirr rausholen, Wohn- und kleines Zimmer saugen, den Tisch freiräumen, decken und dekorieren, Schleifen um M.s Geschenke wickeln, eine Kekstüte packen, einen bunten Teller anrichten und Sternküchlein für den Weihnachtskaffee vorbereiten.

Für die Sternküchlein habe ich fertigen Schokoladenbiskuit gekauft, da steche ich Kreise und Sterne aus, benetze sie mit Alkohol (Nusslikör, Amaretto, Schoko-, Kaffee- oder Orangenlikör) und setze jeweils zwei mit einer Schicht aus Marmelade (dieses Jahr: Orange oder Hagebutte) oder Schokocreme zusammen. Dann mit Puderzucker bestäuben – fertig. Für die Schokocreme habe ich gestern eine Tafel Schokolade (100g) in einem Becher (200g) heiß gemachter Sahne aufgelöst und im Kühlschrank kalt gestellt. Heute wurde sie nur nochmal wie Sahne aufgeschlagen

Und weil H. eine Art Rückfall mit starken Schmerzen hat, übernehme ich auch noch seine Aufgaben und putze Bad und WC fertig.

Während ich räume und er schläft, wird mir bewusst, in was für einer stillen Welt ich lebe, wenn er da ist: Wäre ich alleine, wären jetzt alle Lichter an, im Wohnzimmer würde der Fernseher laufen, in der Küche das Radio, es wäre Geräusch und Leben und Weihnachtsstimmung in der Bude. Nun schleiche ich herum, um ihn nicht zu stören, richte meinen Zeitplan nach seinen Ruhephasen aus (draußen putzen, während er schläft, drinnen räumen, wenn er wach ist).
Das ist nicht schlimm, ich mache das ganz automatisch, so wie er sich abends nach Möglichkeit nach mir richtet, wenn ich schlafen und er Musik machen will. Es ist nicht schlimm, es fällt mir nur auf. Fragt sich, was mir besser tut, die sinnenschonende Ruhe oder das energetisierende Trara.

Später geht es ihm besser und er mir zur Hand, das ist schön.

M. ist gegen halb drei da, sie hat wie besprochen ein Taxi genommen, es war auch kein Problem, eins zu bekommen, obwohl viele Taxis derzeit stillgelegt sind. Aber die Nachfrage war wohl auch extrem niedrig, selbst für die Rückfahrt nachts um halb zwölf dauerte es nur wenige Minuten, bis ein Wagen kam.

Der Nachmittag ist entspannt, die Themen wechseln, keine Gefühlsausbrüche oder übermäßige Überdrehtheit, kein reines Sendeprogramm, sondern Geben und Nehmen, Reden und Zuhören.
Wir sitzen gerade so weit auseinander, dass es nicht ungemütlich ist, das Fenster im Nebenraum ist die ganze Zeit offen, im Wohnzimmer lüften wir etwa stündlich.

Bis auf die Gesprächsthemen ist es ein Heiligabend wie jedes Jahr, nur insgesamt deutlich entspannter.

Zum Abendbrot die gestern vom Restaurant geholte Ente mit Rotkohl und Klößen Selbst Kartoffelsalat machen war uns dieses Jahr zu viel Gedöns.

Woran ich mich erinnern will:
Rosa Sektrausch

What I did today that could matter a year from now:
M. hier haben.

Was wichtig war:
Ruhe bewahren.
Nicht selber nervös machen.
Nicht hektisch werden.
Maß halten.
Viel Wasser trinken.

Begegnungsnotizen:
H (Haushaltsmitglied).
Kunden und Personal vor dem Blumenladen.
M.
2 Taxifahrer (Abstand, Maske; kurz)








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2 Gedanken zu “Besser als befürchtet

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