Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Schnell-Genesung

4. Januar 2021. Montag. Um halb sechs mal kurz wach, aber: Nööö. Nächster Versuch kurz vor acht, das passt besser.
H. war nachts öfter auf, ich habe das morgens am Rande mitbekommen. Solange er aber nicht vor Schmerzen stöhnt, mache ich mich nicht bemerkbar, er braucht ja auch keine Totalüberwachung, und zum fürsorglichen Mütterlein eigne ich mich schlecht.

Eigentlich ist heute Arbeitsbeginn. Ich bin unwillig wie lange nicht, könnte aber auch gar nicht sagen, was ich lieber täte im Moment. Vielleicht dasselbe wie in den letzten anderthalb Wochen: In der Wohnung herumpusseln, Internet lesen, telefonieren, reden, nachdenken, schreiben, mich mit meinen Fotos beschäftigen, familienforschen, ausruhen, spazierengehen. Noch ein, zwei Wochen, das wäre schon schön.

Stattdessen: Eine halbe Stunde mit H. spazieren gehen (was ihn dann schon überfordert, aber er will es wissen), Glühwein zum Aufwärmen trinken, einen Brief an ein Amt wegen einer Geldsache schreiben, eine Kudnenfrage beantworten, alle anstehenden Arbeiten sammeln, sortieren und terminieren, den Brief zum Briefkasten bringen und ein paar Getränke einkaufen, mich über H. wundern, der bei meiner Rückkehr im Bad steht und sich mit dem Haarschneider den 3-Wochen-Bart abschneidet, Weihnachtspost aus Amerika lesen, die drei Wochen unterwegs war, mit H. Kaffee trinken, ein paar kleinere Updates auf verschiedenen Kunden-Websites durchführen, kurz mit M. telefonieren, eine WordPress-Installation einrichten und die Entwicklung einer neuen Website vorbereiten, eine mail an die Ex-Freundin in K. schreiben, deren Sohn heute vor 2 Jahren gestorben ist und eine Mail von P. beantworten.

Gar nicht schlecht, alles in allem.

Zum Abendbrot will H. kochen und zaubert uns ein Hühnergericht mit Pilzen und viel Zwiebeln, dazu angebratene Pellkartoffeln, die noch von Silvester übrig waren.
Im Fernsehen „Ein verrücktes Huhn“ mit Annie Girardot.

Woran ich mich erinnern will:
Die Dankbarkeit, mit der ich die Rückkehr meiner Normalität wahrnehme.

What I did today that could matter a year from now:
Rausgehen.
Einen Brief schreiben.

Was wichtig war:
Da sein.
Bremsen.
Ermuntern.
Erklären.
Gedankensparring.
Rausgehen.

Begegnungsnotizen:
H (Haushaltsmitglied).
Kund:innen und Personal im kleinen Supermarkt.
Spaziergänger:innen und Jogger:innen auf der Straße (ohne Maske und meist ohne Abstand)

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