Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Der fünfundsechzigste Tag im Danach: Des einen Leid ist des anderen Entlastung

Pläne sind zum Ändern da. Eine ungeplante Tour durch die Stadt geht einher mit großer Entlastung an anderer Stelle.

1. April 2021. Donnerstag. Gründonnerstag. Ich habe schon beim Aufwachen ein halbes Feiertagsgefühl. Gut geschlafen: eine Stunde vor lafenden Fernseher, dann TV aus und noch ene halbe Stunde gelesen, dann Licht aus und sechseinhalb Stunden am Stück geschlafen. Oder war da eine Klopause? Ich weiß es nicht mehr, vielleicht.
Nachts Panikgedanken wegen der noch laufenden Verträge von H., um die ich mich kümmern muss.

Das sehr lange Wochenende, das vor mir liegt, verursacht wie früher eine große Vorfreude: Keine nervenden Kunden, viel zu erledigen, aber die freie Zeiteinteilung – abgesehen von den notwendigen Familienterminen am Sonntag und Montag. Aber bis dahin!
Keine Angst mehr vor dem Alleinsein, das ist gut, aber andererseits habe ich auch einiges vor. Etwas mehr Alleinsein und Freizeit wäre vielleicht erholsamer.

* * * * *

M. ruft morgens an, sie hat sich ins Krankenhaus einweisen lassen, sie hat die Rückenschmerzen nicht mehr ausgehalten. Nun bekommt sie dort Schmerzmittel, mehr passiert ja auch nicht. Laut Röntgen und Röhre hat sie Arthrose in der Lendenwirbelsäule (das wissen wir seit Jahren), Ischias und einen „halben“ Bandscheibenvorfall. In ihren Worten ist die Lendenwirbelsäule „zerstört“ und der Ischias „gerissen“. Hm.

Ich bin ganz froh, nun ist sie in guten Händen und ich muss nicht wegen jedem Dreck täglich durch die halbe Stadt gurken. Das würde mich aktuell extrem überfordern; ich habe noch nicht so viel Kraft abzugeben, ich brauche selber noch emotionale Unterstützung.

Aber für heute heißt das nun natürlich: Eine wichtige Arbeit für die Lieblingskundin fertig machen, dann zu M.s Wohnung fahren, eine Tasche packen und die Sachen ins Krankenhaus bringen und dort für sie abgeben.

* * * * *

Um halb fünf bin ich zurück, besorge noch ein paar Lebensmittel und gehe dann noch fü anderthalb STunden in H.s Wohnung, wo ich das Bücherregal im Schlafzimmer durchsehe, aussortiere, Bücher ins Arbeitszimmer trage und zwei Taschen mt Sachen vollpacke.

zu Hause dann Telefonat mit M., Taschen auspacken, Sachen wegräumen.

Der Rücken schmerzt, also schiebe ich eine kleine Yoga-Session mit Adriene ein („lower back pain“). Tut das gut! Und ich merke, dass ich abgenommen habe: bestimmte Sachen funktionieren plötzlich besser, einfach weil weniger Bauch im Weg ist.

Noch eine halbe Stunde Korrekturwünsche der Lieblingskundin einarbeiten, dann essen (halbe „gerettete“ Pizza aus M.s Wohnung) und in der ARTE-App Folge 1 der Serie „Bron – Die Brücke – Transit in den Tod“ angeschaut.

* * * * *

Woran ich mich erinnern will:
Viel geschafft, ohne mich zu sehr zu stressen. Dieses Gefühl „durchgeturnt“ zu sein nach dem Yoga

What I did today that could matter a year from now:
Weiter machen, immer weiter.

Was wichtig war:
Ruhig bleiben.
Aufmuntern.
Abarbeiten.
Durchziehen.
Dem Plan folgen.

Begegnungsnotizen:
Menschen in Bus und U-Bahn, im Kaufhaus (Lebensmittel-Abteilung, Drogeriemarkt). Pförtnerin Krankenhaus (Abstand, Maske).

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