Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Der hunderteinundachzigste Tag im Danach: Arbeitsreich

26. Juli 2021. Montag. Wecker um 6:30 Uhr, liegengeblieben und aufgestanden um sieben.
Freund B. folgt eine Stunde später. Ich hatte angekündigt, heute arbeiten zu müssen und nun macht er einen Bogen um mich, um mich nicht zu stören. Das macht mich eher nervös.
Ich sehne mich so sehr nach dem aufeinander eingespielten und einander angepassten Leben, das H. und ich geführt haben. Ob ich so etwas nochmal wieder erleben werde?

Vormittags viel Schreiben, etwas Projektarbeit und Telefonate mit dem örtlichen Energieversorger, der zum einen den Gaszähler austauschen und zum andern schauen will, ob unsere Heizung mit der geplanten Erdgasumstellung klarkommt. Das sind natürlich verschiedene Stellen und unterschiedliche beteiligte externe Firmen, daher erkläre ich also doppelt, dass hier nicht dauernd jemand ist, wir pendeln und dass, wenn es jetzt nicht klappt,das Ganze bis September warten muss. Alle sind extrem entspannt – „das hat Zeit“, bieten mir dann aber Termine für morgen bzw. übermorgen an. Ist mir Recht, dann ist das erledigt.

Am späten Vormittag noch ein ausführliches Telefonat mit der Lieblingskundin, der ich ein wenig mein Unwohlsein mit Freund B. schildere. Klarer wird es mir dennoch nicht, die Konzepte „Lethargie“ und „Depression“ treffen es nicht ganz, ebensowenig wie B.s Begründung für alles: Asperger.
Es ist – wie so oft – komplex.
Er selbst äußert später, dass sein Hauptgrund hier zu sein, die „Erholung“ ist, was immer das für ihn bedeutet. Seinem Sohn gegenüber beschreibt er am Telefon alles so, als würde es ihm hier richtig gut gefallen.
Dann liegt es wohl an mir, dass ich mir einfach andere Dinge erhofft/ erwartet habe, mir etwas anderes – jemand anderen? – wünsche.

Nachmittags kurzes Treffen auf der Terrasse zu Kaffee und Kuchen, danach arbeite ich noch ein Stündchen, dann geht es erneut meiner Wurzel im Garten an den Kragen: ich reiße Unmengen Disteln raus und grabe kleine Wurzelausläufer frei. Nun ist alles bereit für den ersten Schnitt; wenn die oberen dünneren Querwurzeln weg sind, komme ich besser an die nach unten in den Boden ragenden Stützwurzeln heran und kann diese noch etwas freilegen.

Freund B. will helfen und hält den Eimer, in den ich die Erde schippe. Sinnlos, aber nett gemeint. Immerhin etwas Gesellschaft, obwohl ich die an dieser Stelle eher nicht gerne habe.

„Du musst mich nicht bespaßen“ sagt er, andererseits hängt er an mir, sobald ich mich blicken lasse. „Du mich auch nicht“ verkneife ich mir zu sagen.

Heute koche ich, es gibt Dorade mit Reis, Salat und Salbeibutter. Mein erster selbst gebratener Fisch, das hat sonst immer H. gemacht. Schmeckte gut, auch wenn er nicht 100% durch war.

Früh ins Bett, aber noch eine Weile in der ARTE-App Bron – Die Brücke – Transit in den Tod (Staffel 2) angeschaut.

* * * * *

Woran ich mich erinnern will:
In der Erde wühlen.

What I did today that could matter a year from now:
Haus- und Gartenkram.

Was wichtig war:
Arbeiten.
Lockerlassen.
Anrufe tätigen.
Mich stellen.

Begegnungsnotizen:
Freund B.

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