Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Ranklotzen

3. Dezember 2020. Donnerstag. Ohne schlechtes Gewissen geschlafen bis halb acht. Großartig!

Der Rechner mackt, das Internet ist teilweise schleppend langsam, Downloads dauern Stunden. So kann ich nicht arbeiten! (Hier bitte Heinz Schenk als Heinz Wäscher in Hape Kerkelings „Kein Pardon“ vorstellen…)

Also stattdessen umziehen und in den Keller: Regale aus- und umräumen, andere umbauen. Pro Regalbrett sind acht Schrauben und Muttern zu lösen, acht Regalbretter sind umzubauen. Nervarbeit.
Zwischenduch renne ich immer wieder hoch in den ersten Stock, weil dort zuerst ein Windows-Update und später ein Website-Backup laufen und immer mal wieder Zuwendung brauchen.

Der Designer vom GroßenGrausigenProjekt ruft nochmal an, und wir bestätigen uns, dass wir eigentlich schon alles besprochen haben, aber ob ich in der übernächsten Woche Zeit hätte, seine neuen Entwürfe zu programmieren, damit wir vor Weihnachten damit fertig sind. Guter Mann, das hängt von Deinen Entwürfen ab, aber ich werde es versuchen.

Als Mittagsimbiss Erbsensuppe aus der Dose. H. ist todmüde und legt sich erstmal hin, ich verschwinde in der Küche: Pellkartoffeln kochen, Geschirr spülen, Gläser auskochen, Birnenmus machen, Gemüse putzen und fürs Abendbrot anschmurgeln.
Ich frage mich, warum ich Birnen, die hier seit September liegen, erst am vorletzten Tag eines vierwöchigen Aufenthalts einkochen muss und verschiebe die Schlehenmarmelade auf Berlin. Die Beeren nehmen wir gefroren mit, das kann ich dann auch da machen.

H. stellt sich ähnliche Fragen, als er wieder aufgestanden ist: Warum drängt sich das am Ende immer so? Nun, möchte ich sagen, weil wir eben keine Arbeitspläne machen, die wir dann einhalten, sondern so nach Lust und Laune leben, was zwar auch schön ist, aber da schafft man dann eben weniger. Aber ich sage es nicht, denn natürlich weiß er das selber und seine Fragen sind eher rhetorischer Natur.

Er ist nach seinem Mittagsschlaf sehr matt und lustlos, wir trinkenKaffee, dann schneide ich etwas Grün fürs Grab. Er ist unentschlossen, will noch tausend Dinge erledigen, aber wir hatten für heute Abend einen „Lichterspaziergang“ durchs weihnachtlich dekorierte Dorf geplant, und ich ziehe schließlich die Reißleine: Wir nehmen jetzt nicht noch Altglas mit und gehen zum Bäcker und rennen im Dunkeln auf den Friedhof, um einen Strauß aufs Grab zu stellen. Wir lassen jetzt alle Aufgaben zu Hause und nehmen uns eine Auszeit und lassen uns auf die Beleuchtung ein und genießen das nur.

Gesagt, getan, wir brechen um halb sechs auf, wandern zwei Stunden durchs Dorf, schauen, fotografieren, freuen und wundern uns. Dazu weht ein kalter Wind, aber es bleibt trocken. Als wir wieder zu Hause sind, tun mir Füße und Rücken weh (mehr von der Kälte als vom Laufen), wir sind angenehm durchgefroren, voll mit Bildern und Eindrücken udn ausnehmend zufrieden, entspannt und glücklich. So soll das.
Auch H. konnte nun loslassen und ist nach dem Abendbrot nicht mehr im Keller verschwunden, um bis halb drei rumzumengen wie gestern Nacht.

Zum Abendbrot gab es Resteverwertung: Pellkartoffeln, Fenchel, Lauch, Paprika und Äpfel angeschmort und dann mit Feta und Emmentaler überbacken, dazu etwas Birnenmus. Speck wäre elcker egwesen, hat aber auch nicht wirklich gefehlt. Wir hören brav nach der Hälfte auf, so haben wir morgen nochmal dasselbe.

Woran ich mich erinnern will:
Lichterspaziergang

What I did today that could matter a year from now:
.

Was wichtig war:
Arbeiten.
Keine Pause machen, sondern dranbeiben.
Rausgehen.
Steuern.

Begegnungsnotizen:
H (Haushaltsmitglied).
Draußen Spaziergänger, alle mit viel Abstand und ohne Maske

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