Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Inhouse

17. August. Samstag. Nach wenig Schlaf trotzdem erfrischt aufgewacht. Das Wochenendprogramm ist ehrgeizig, aber nach zwei Faulenzertagen ist das nur recht und billig.
Ich quäle mich mit Mühe durch das Idiotenprojekt, das in der Arbeit eigentlich sehr simpel (und langweilig) ist, mich durch die Faulheit der beiden Kontaktpersonen aber schon wieder unnötig Nerven kostet. Weg damit!

Nach spätem Frühstück und kurzem Mittagsschlaf nachmittags wieder ein längerer Versuch, gemeinsam mit H. die psychische Verfasstheit und die in unseren Augen unverständlichen Verhaltensweisen eines anderen Menschen (M.) zu analysieren und zu verstehen, um herauszufinden, wie man den Umgang konfliktfreier gestalten kann.
Warum muss ich mich eigentlich die ganze Zeit mit sozial unfähigen Narzissten beschäftigen? Wo bin ich falsch abgebogen im Leben, dass überwiegend solche Menschen mein nächstes Umfeld bevölkern?

Abends Rechnungen geschrieben, ausgiebig Twitter gelesen und mich über Kaffee-Abos informiert.

Woran ich mich erinnern will:
Großeinkauf am Freitag bedeutet, am Samstag nicht raus zu müssen 🙂

Werbeanzeigen
Standard
Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Mal wieder einkaufen können

16. August. Freitag. Nur einmal schweißgebadet aufgewacht und die ganze Nacht die Decke behalten. Man merkt, es wrd kühler. Unter 15 Grad Nachttemperatur brauche ich also.

Nach einem winzig kleinen Zahlungseingang gestern, der eigentlich für nichts richtig reicht, beschließe ich, heute zum ersten mal seit Montag mal wieder aus dem Haus zu gehen und einzukaufen, denn inzwischen fehlt Etliches.
So amüsiere ich mich bei ausgiebigem Warenangebotstudieren und habe am Ende die Basis für zehn Mahlzeiten zusammen. Das noch durch ein paar Basics wie Kartoffeln und Salat ergänzt kommen wir also gute anderthalb Wochen hin. Ich bin sehr stolz auf mich.

Alle Jahre wieder: Die Faszination für den Mord von Hinterkaifeck. Ich wühle mich durch den Abschlussbericht der Polizeistudenten in FFB und durch das Hinterkaifeck-Wiki und versuche, mich in die Psychologie eines derartigen Verbrechens einzudenken.

Woran ich mich erinnern will:
Herbstlicht.

Standard
Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Pinselchen

15. August. Donnerstag. Die Nächte werden kühler und da ich immer noch nur mit einem Laken schlafe statt mit dem Federbett, friere ich den Großteil der Nacht und werfe nur noch dreimal pro Nacht (statt sechs- oder achtmal) unter Hitzeschüben alles von mir und liege patschnass da und warte auf den angeblichen Kühlungseffekt von trocknendem Schweiß auf der Haut.
Warum sind eigentlich die Ursachen von Hitzewallungen „noch nicht ganz aufgeklärt“? Weil Männer nicht davon betroffen sind?

Überhaupt Männer: ich habe da gerade einen Kunden bzw. einen Kunden und seinen „Designer“. Der Designer hat von nix ’ne Ahnung, aber geschenkt. Der Kunde auch nicht, muss er ja aber auch nicht. Nun ist es aber so, dass offenbar beide gewohnt sind, dass Frauen in ihrem Leben die langweiligen und unangenehmen Arbeiten übernehmen, und zwar „einfach so“, also ohne dass Mann sie groß bitten müsste.
Und das erwarten sie (vemutlich unbewusst) nun auch von mir.

Da wird nicht (unter den Herren) miteinander gesprochen, sondern beide schicken mir Material und erwarten von mir, dass ich das aussortiere und Widersprüche aufkläre. Da wird bei eigenem Unwissen nicht selbst recherchiert oder nachgefragt, sondern das Unwissen wird bei mir abgeladen und dann erwartet, dass ich das erledige, weil ich ja weiß, worauf es ankommt.

Natürlich werde ich darum aber nicht gebeten („Ich habe keine Ahnung davon, könnten Sie das bitte übernehmen?„), geschweige denn wird angenommen, dass es sich dabei um eine Arbeitsleistung handelt („Was kostet es mich, wenn Sie das auch erledigen?„), sondern mir wird das Ganze pseudocharmant mit Smilies und Ausrufezeichen hingeworfen („Ich verstehe davon leider gar nichts! 🙂„) und dann – ja was? Vermutlich stillschweigend erwartet, dass Mutti beispringt und sagt „Macht ja nichts, ich mach das schnell!“. Oder was?!

Zum Glück bin ich in der Beziehung ja inzwischen abgebrüht, die Männer sind auch nicht so charmant, wie sie sich selbst wohl einschätzen und nur wenig älter als ich, so dass die „Autorität der Vaterfigur“ nicht greift (sie wissen beide nicht, wie alt ich bin, scheinen mich aber deutlich jünger einzuschätzen), also lasse ich sie auflaufen: „Kein Problem, hier finden Sie weitere Informationen: …„.

Nerven tut es mich doch. Pinsel.

Woran ich mich erinnern will:
Cool bleiben. Nicht ins Bockshorn jagen lassen. Reflexe immer wieder hinterfragen.

Standard
Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Updates und kein Geld

14. August. Mittwoch. Und zack ist der Monat wieder halb rum. Alle haben es geschafft, mir bis jetzt exakt nichts zu überweisen. Das Konto ist leer, und ab jetzt werden Zahlungen mangels Deckung zurückgewiesen, woraus nicht nur weitere Kosten entstehen, sondern das Ranking rauscht wieder mal in ungeahnte Tefen. Fuck! Für was rackere ich mich eigentlich Tag für Tag ab? Wo bin ich falsch abgebogen?

Ich räche mich damit, weitere Projekte abzuschließen und noch mehr Rechnungen zu verschicken. Habt wenigstens ein schlechtes Gewissen!

Und sonst: Wöchentliche Update-Arie. Windows. Office. Die Bildbearbeitungs-Software. Der Browser. Der PDF-Reader. Hilfsprogramme. Und jedesmal das Bangen: Hoffentlich läuft alles durch, hoffentlich sind hinterher nicht (wieder mal) alle persönlichen Einstellungen weg, hoffentlich ist morgen nicht jede weiße Fläche gelb und die Schriften mit Schatten versehen, hoffentlich haben die Entwickler diesmal ihren Job gut und sorgfältig gemacht.

Und in diesem Geiste prüfe auch ich nach dem Löschen des halben Webservers, ob die betreffende Seite noch fehlerlos läuft, anstatt mich einfach darauf zu verlassen, schon nicht versehentlich etwas gelöscht zu haben, was noch gebraucht wird.

Woran ich mich erinnern will:
Wie die Freundin mit ihrem Chaos trotz zweimonatigen Schweigens ihrerseits mir immer noch täglich präsent ist. Zeigarnik-Effekt?

Standard
Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Post-Fest-Müdigkeit

13. August. Dienstag. Sehr kurze Nacht, da gestern erst um drei Uhr eingeschlafen und heute wie immer gegen sechs Uhr aufgewacht. Das wäre dann aber nix geworden, ich musste mich also zwingen, wenigstens bis neun zu schlafen. Dadurch natürlich die ganze Routine durcheinander, denn ich kann nicht einfach alles drei Stunden später machen.

Arbeitsmäßig heute nur das Nötigste, stattdessen viel herumlesen und -schauen, zwei längere Telefonate mit M. und der Lieblingskundin, Wäsche waschen, Betten beziehen.

Am Spätnachmittag hingelegt und bis in den Abend geschlafen. Nur aufgestanden, um zu essen.

Woran ich mich erinnern will:
Bei einem Fest IMMER auch den Tag danach frei nehmen.

Standard
Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Essen & Trinken

12. August. Montag. M.s Geburtstagsfeier. Sekt bei ihr, dann lecker Torte in einem sehr kleinen, sehr kuscheligen Café mit sehr leckerem Kuchen, Spitzendeckchen und Porzellan mit Blümchen und Goldrand. Anschließend in ein Alt-Berliner Restaurant, reichlich Bier und Berliner Spezialitäten (Königsberger Klopse, Himmel und Hölle, Sülze).
Viel gelacht.

Woran ich mich erinnern will:
Immer eine Viertelstunde früher losgehen als gedacht. Dann kommt man wenigstens nur eine Viertelstunde zu spät. Man kann die Fahrzeiten nicht mehr gut planen in dieser Stadt.

Standard
Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Seelen-Wellness

11. August. Sonntag. Wieder Nasenbluten. Wetter? Stress? Ich versuche, mir den Tag schön zu machen. Seelen-Wellness.

Dazu gehört: Morgens den Entschluss treffen, künftig nur noch das Nötigste für Freund und Freundin zu denken, sprich: Gibt es ein konkretes Problem, wo ich Hilfe leisten kann, oder sehe ich eine Mega-Katastrophe heraufziehen, werde ich dazu etwas sagen, ansonsten nicht. Und keine Diskussionen und Überlegungen mehr, um das absurde Verhalten zu analysieren, zu verstehen oder zu erklären.

Dazu gehört auch: Eat the Frog. Eine kleine Aufgabe, die ich die ganze Woche vor mir her schiebe und die eine Stunde in der Erledigung dauert, endlich machen. Ist zwar im Moment unangnehm (aber natürlich gar nicht so schlimm), aber nun ist es aus dem Kopf, und das ist ein viel, viel besseres Gefühl.

Dazu gehört ebenfalls: Mir eine Süßigkeit gönnen (Knäcke mit Quark und Marmelade). Ich bin ja gerade quasi auf Entzug, und morgen gibt es Torte bei M., deswegen kann heute kein offizieller Cheat Day sein, aber, herrje, ein Marmeladenbrot?!

Und dazu gehört: Ein Mittagsschläfchen ohne Reue und ohne hinterher völlig bematscht zu sein.

Woran ich mich erinnern will:
Tu, was Dir gut tut.

Standard