Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Problemlöser

8. Oktober. Dienstag. Der zweite arbeitsreiche Tag diese Woche. Gleich morgens vergrabe ich mich in ein umfangreiches PHP-Problem, das mich gleich mal zwei Stunden beschäftigt – die mir vorkommen wie zwanzig Minuten. Flow anybody?
Wie befriediegend mein Kopf derartige Probleme findet, merke ich daran, dass er sich heute mit Begeisterung an allem festbiss, was neu und unbekannt war. Er entdeckt gerade sozusagen fremde Welten, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen und dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat, zumindest nicht an diesem Schreibtisch.

Ein bisschen frage ich mich nun schon, warum wir ein Theme gekauft haben, wenn ich es doch komplett umbauen muss, aber allein das CSS so anzupassen, dass die ganzen Kleinigkeiten so funktionieren – eine Mikro-Animation hier, ein Gimmick da – hätte mehr Zeit gekostet und wäre weniger befriedigend gewesen.
Und die Kundin war auf die potentiellen langfristigen Probleme, die ein Premium Theme gegenüber einer Eigenentwicklung mit sich bringt, hingewiesen und informiert. Vermutlich denkt sie ohnehin nur noch an ihren bevorstehenden Ruhestand „und nach mir die Sintflut“. Wenn das so ist, bekomme ich die Seite vermutlich in ein paar Jahren erneut auf den Tisch…

Ich arbeite den ganzen Tag ungestört durch, erst am Nachmittag öffne ich mich wieder der Welt, beantworte E-Mails und Anrufe.
In K. ist das Geschirrpaket bei Nachbarn abgegeben worden, und ich bedaure kurz die arme Sau, die das nach hinten schleppen musste. Kostet uns wieder ein Fläschchen Wein. Oder eine Extraschicht Arbeitsdienst beim nächsten Straßenfest.

Mit Überwindung noch Geschirr gespült, danach plötzlich wieder seltsam wach und unternehmungslustig – aber nein, es muss auch mal Feierabend sein. Nicht alles Pulver verschießen.

Woran ich mich erinnern will:
Dieses Gefühl: Ich befasse mich jetzt mit diesem Problem, und ich habe mehrere mögliche Lösungswege, und ich probiere die jetzt nacheinander aus, no matter what, und nach jedem vergeblichen Versuch verstehe ich das Ganze ein wenig besser, und am Ende klappt es dann, wie es soll.
Unbezahlbar!

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