Anna denkt nach, Anna schreibt, Miniaturen

Auf die Knie

3. November. Sonntag. H. hat die Nacht durchgemacht und schaut mich mit großen Augen an, als ich um kurz vor sechs mit einer Tasse Kaffee vor ihm stehe. Er hat Musik gehört und die Zeit total vergessen. Es dauert eine Weile, bis er genug runterkommt, um ins Bett zu gehen, während ich meine übliche Morgenroutine abspule: Klo, Kaffee, Flickr, Blogs lesen, Tagebuch schreiben, Nachrichten lesen, das Sonntags-Str8ts lösen, Mail…

Danach entspanntes Aufräum-Arbeiten: Ein paar Aktualisierungen bei einem Pro-Bono-Projekt einfügen, woanders eine Logo-Grafik durch Text ersetzen, weil die Kundin beratungsresistent meint, das würde das Ranking der Seite in Google wesentlich beeinflussen, noch ein paar Schräubchen am aktuellen Projekt gedreht und schon mal geschaut, was die mobile Version noch für Überraschungen bereithält (Spoiler: Keine).

Ein bisschen Buchhaltung, eine Kleinigkeit essen als H. vorübergehend für drei Stunden aufsteht. Dann ist es drei Uhr und solange ich noch etwas Tageslicht habe, putze ich in der Küche den Fußboden. Das geht aus verschiedenen Gründen am besten Quadrant für Quadrant auf den Knieen, deshalb mache ich das immer nur etappenweise.

H. hat in der Zwischenzeit mit dem Freund in K. telefoniert und berichtet mir anschließend die Neuigkeiten. Die Freundin ist noch intensiv mit ihrem Umzug beschäftigt und blendet alles andere aus – auch dass der Wohnungsbesitzer nun schon mehrfach die Wohnung anschauen wollte, um den Renovierungsbedarf festzustellen und dass die Wohnung am 30. Novmber nicht leer sondern übergebbar sein muss, was im konkreten Fall aus Gründen bedeutet: sauber und renoviert, zumindest gestrichen.
Im Moment stapelt sich überall noch Zeug und der Freund könnte nicht mal mit der Renovierung anfangen, wenn er wollte.
Immerhin ist der Sohn nun ausgezogen, erstmal zumVater, wo er im Vergleich zu vorher ein wahres Luxusheim haben wird, wenn auch weit ab vom Schuss.

Danach räume ich noch etwas, sortiere Bücher aus, spüle Geschirr, setze Pellkartoffeln fürs Abendbrot auf, lese das Internet leer und denke, dass ich mir mit besserer Arbeitsorganisation jetzt Beschäftigung für längere Abende überlegen muss. Wenn ich nicht mehr bis zur Erschöpfung kurz vor dem Abendbrot schufte, sind da plötzlich ein, zwei Stunden Tag, die ich momentan meinen Ansprüchen nach nicht sinnvoll genug fülle.

Woran ich mich erinnern will:
Langsam einen Plan machen, wie ich die Bude bis Weihnachten klar kriege.

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